medianet ÖAZ Philips QUALITAS ÖKZ MedAustron

Datum: Sonntag, 9. Juni 2019

Artikel: CGM / Philipp Streinz

Bildinhalt: Symbolbild

Bildrechte: ClipDealer / convisum

Dieser Artikel wurde 31 mal gelesen.

Neue Lösung für Ärzte-Bereitschaft am Wochenende in Niederösterreich

In den Verhandlungen über ärztliche Bereitschaftsdienste an Wochenenden und Feiertagen in Niederösterreich haben Ärztekammer, Gebietskrankenkasse und Land laut Aussendung eine neue Lösung gefunden. Diese gilt - vorbehaltlich der Zustimmung in den Gremien der Sozialversicherung - ab 1. Juli. Die Teilnahme ist freiwillig, Honorare wurden erhöht und der Dienst von zwölf auf sechs Stunden halbiert.

Grund für die Verhandlungen war eine Entscheidung des Verwaltungsgerichtshofes zu Jahresbeginn, wonach niedergelassene Kassen-Ärzte nicht verpflichtet werden können, an Wochenenden und Feiertagen Bereitschaftsdienste zu leisten. Seitdem wurde das System auf freiwilliger Basis weitergeführt. Am Mittwochnachmittag habe die Kurienversammlung der niedergelassenen Ärzte der Ärztekammer für Niederösterreich einstimmig dem nun erzielten Verhandlungsergebnis zugestimmt, wurde am Abend in einer Aussendung mitgeteilt.

Die Öffnungszeiten von diensthabenden Ordinationen an Wochenenden und Feiertagen seien künftig niederösterreichweit geregelt: Sie werden von 9.00 bis 11.00 Uhr aufsperren. Davor ab 8.00 Uhr und danach bis 14.00 Uhr bleibe Zeit für Visiten.

Teil des Gesamtpakets sei auch eine deutliche Erhöhung des Honorars sowohl für die grundsätzliche Bereitschaft als auch für die Arzttermine in den Ordinationen und die Visiten. "Kostete der Wochenenddienst pro Halbjahr bisher ca. 3,5 Millionen Euro, so schätzen wir, dass wir allein für das heurige zweite Halbjahr Mehrkosten von 900.000 Euro haben werden. Das entspricht einer Erhöhung der Ärztevergütung um rund 26 Prozent", rechnete NÖGKK-Obmann Gerhard Hutter vor.

"Es war uns von Beginn an wichtig, die betroffene Kollegenschaft miteinzubeziehen. Wir haben daher zweimal die Stimmung und Meinung zum jeweils aktuellen Verhandlungsstand abgefragt und das Umfrageergebnis in die Verhandlungen miteinbezogen", sagte Christoph Reisner, Präsident der NÖ Ärztekammer. Voraussichtlich ab 2020 sollen sich auch Wahlärzte mit abgeschlossener allgemeinmedizinischer Ausbildung am Bereitschaftsdienst beteiligen können.

Quelle: APAMED