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Datum: Mittwoch, 12. Juni 2019

Artikel: CGM / Philipp Streinz

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Austrian Health Forum

Das Gesundheitswesen und die Digitalisierung

Während sich die österreichische Gesundheitspolitik in der jüngsten Vergangenheit wieder einmal mit der Struktur der Krankenversicherungen beschäftigt hat, läuft international im Gesundheitswesen ein ganz anderer Mega-Trend ab: die Digitalisierung. Mit diesem Thema befasst sich diese Woche (13. bis 15. Juni) das erste Austrian Health Forum in Leogang (Salzburg).

Es ist durchaus möglich, dass die Digitalisierung aller Daten, deren Analyse und die Neugestaltung der im Gesundheitswesen auf den Erkenntnissen basierenden Abläufe von Diagnose bis zur Therapie einen völligen Umschwung bedeutet: Die allgemein zur Verfügung stehenden Informationen und die Berechtigung zum Zugang zu Daten führen zu einer massiven Aufwertung (Empowerment) der Rechte des Individuums.

"Verschiebung der Machtverhältnisse - Wer bestimmt in Zukunft unser Gesundheitswesen", stellten die Organisatoren der Tagung, unter ihnen der Senat der Wirtschaft, in einer Aussendung fest. "Wenn es um Modernisierung und Digitalisierung im Gesundheitswesen geht, haben die USA und China längst die Führungsrolle übernommen. So ist beispielsweise die Datenmedizin in den USA ein großes Thema und viele drängen in diesen Bereich. In Mitteleuropa wird diese Entwicklung verschlafen."

Was jedenfalls auch in Österreich bereits erfolgt: Noch bevor ein Patient das Gesundheitswesen mit seinen Problemen in Anspruch nimmt, findet zunehmend eine erste Recherche im Internet statt. Gleichzeitig verändern sich die Systeme im Gesundheitswesen massiv. "Mittlerweile heißt die Frage nicht mehr, ob die Digitalisierung kommen wird, sondern welche Voraussetzungen und Rahmenbedingungen das Gesundheitssystem schaffen muss, um von ihr den größten Nutzen für die Patienten zu ziehen", stellten die Organisatoren der Konferenz fest. Das E-Rezept und vermehrt Forschungsanstrengungen (z.B. über zwei Institute der Boltzmann Gesellschaft) zeigten in diese Richtung.

Die Initiative Austrian Health Forum sei gegründet worden, um die Weiterentwicklung eines modernen Gesundheitssystems für Österreich voranzutreiben und im internationalen Vergleich voranzubringen. Dazu gibt es bei der Veranstaltung Impulsreferate von international bekannten Experten, zum Beispiel von Jos de Blok, Gründer einer erfolgreichen Pflegeorganisation in Europa (Buurtzorg), oder vom Philosophen und Autor David Bosshart, CEO des Gottlieb Duttweiler Instituts für Wirtschaft und Gesellschaft. Zahlreiche hochrangige Experten aus Österreich nehmen ebenfalls teil.

"Es gibt eine Reihe von Best-Practice-Beispielen, die aber oftmals im Verborgenen sehr erfolgreich sind. Diese wollen wir in die Debatten einbringen und so das Austrian Health Forum durch die erarbeiteten Ergebnisse vom Think-Tank zum Do-Tank für ein modernes zukunftsorientiertes Gesundheitswesen in Österreich etablieren", wurde Hans Harrer, Vorstandsvorsitzender des "Senat der Wirtschaft", Veranstalter und Mitinitiator des Austrian Health Forums, zitiert.

Quelle: APAMED