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Datum: Dienstag, 10. September 2019

Artikel: CGM / Philipp Streinz

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Alle 40 Sekunden stirbt ein Mensch durch Suizid

Jährlich nehmen sich nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) rund 800.000 Menschen auf der Welt das Leben. Alle 40 Sekunden sterbe ein Mensch auf diese Weise, teilte die WHO anlässlich des heutigen Welttags der Suizidprävention mit. In Wien wird heute erstmals der österreichische "Papageno-Medienpreis" für suizidpräventive Berichterstattung verliehen.

Die Vorbeugung von Selbsttötungen sei eines der wichtigen Ziele der WHO, betonte die Organisation. Zwar sei die Zahl der Länder mit entsprechenden Präventionsprogrammen in den vergangenen fünf Jahren auf nun 38 gestiegen, aber immer noch gebe es in vielen Ländern keine entsprechenden Angebote für gefährdete Menschen, kritisierte die WHO.

"Suizide sind vermeidbar. Wir rufen alle Staaten dazu auf, bewährte Strategien zur Vorbeugung in ihre nationalen Gesundheits- und Bildungsprogramme einzubeziehen", forderte WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus.

Dazu gehöre etwa, den Zugang zu chemischen Mitteln wie Pestiziden zu erschweren, mit deren Hilfe viele Menschen Suizid begingen. Wesentlich sei es auch, junge Menschen gegen Stress zu stärken und suizidgefährdete Personen rechtzeitig zu identifizieren und langfristig zu betreuen.

In Wien wird Dienstagabend erstmals der "Papageno-Medienpreis" für suizidpräventive Berichterstattung verliehen. Er wurde vom Bundesministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Konsumentenschutz (BMASGK) und der österreichischen Gesellschaft für Suizidprävention (ÖGS) sowie der Wiener Werkstätte für Suizidforschung ausgelobt.

Medienberichte über Suizide spielen eine wichtige Rolle in der gesellschaftlichen Aufklärung und der Prävention. Mittlerweile konnte nachgewiesen werden, dass eine bestimmte Form der Berichterstattung nicht nur Imitationssuizide ("Werther-Effekt") verhindert, sondern generell suizidpräventiv wirken kann ("Papageno-Effekt"). In Österreich verankerte der österreichische Presserat im Jahr 2012 die suizidpräventive Berichterstattung in seinem Ehrenkodex.

Quelle: APAMED