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Datum: Freitag, 28. Juni 2019

Artikel: CGM / Walter Zifferer

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Hohe Temperaturen besonders für Bauarbeiter sehr gefährlich

Steigt das Thermometer auf über 30 Grad, wird das Gesundheitsrisiko gerade für Arbeiter im Außenbereich viel größer. Zwar gibt es bei unerträglichen Temperaturen theoretisch hitzefrei, doch entscheidet darüber einzig und allein der Arbeitgeber. Unbedachtes Verhalten kann schwerwiegende Folgen für die Arbeiter haben und schlimmstenfalls tödlich enden, erklärten Experten.  

 

Da der Mensch eine konstante Körpertemperatur von circa 37 Grad hat, ist der Organismus bestrebt, diese aufrecht zu erhalten. Das geht nur durch Kühlungsmaßnahmen, vor allem durch Schweißabsonderung. Um das zu bewerkstelligen, muss das Herz viel mehr arbeiten.

Hans-Peter Hutter
Umweltmediziner von der Medizinischen Universität Wien

Kommt dieser Hitzestress zu ohnehin anstrengenden Arbeit hinzu, kann es laut Hutter schnell zu einem Sonnenstich oder sogar Hitzekollaps kommen.   Seit 1. Mai regelt ein neuer Kollektivvertrag für Bauarbeiter, dass sie ab 32,5 Grad anstatt der vorher geltenden 35 Grad hitzefrei bekommen können.  

Werden die Bauarbeiten wegen der Hitze eingestellt, greift die 'Schlechtwetter'-Regelung und Arbeiter erhalten 60 Prozent des Lohns. Für die Betriebe entstehen keine Kosten, da die Bauarbeiter-Urlaubs- und Abfertigungskasse (BUAK) den Betrieben den Ausfall refundiert.

Ulrike Sangeorzan-Sporer
Wirtschaftskammer Österreich

Üblich sei bei Hitze, dass die Arbeitszeit in den Morgen verlegt oder dass durch abwechselnde Arbeiten in Innen- und Außenbereichen längere Sonneneinwirkung vermieden wird. Zudem stelle der Arbeitgeber meist Trinkwasser, Sonnencreme und Kopfbedeckung zur Verfügung. Bedarf an zusätzlichen Regelungen sieht Sangeorzan-Sporer nicht.  

Es ist natürlich jetzt so, dass der Arbeitgeber gesetzlich gefordert ist, die 32,5 Grad im Auge zu behalten. Es gibt ja auch noch andere Tätigkeiten, und es geht schon immer darum, dass die Arbeit nicht komplett eingestellt werden muss.

Hildegard Weinke
Arbeitnehmerschutz der Arbeiterkammer

 

Wird aber trotz der Temperaturen einfach weitergearbeitet, kann es zu ersten Symptomen wie Kopfschmerzen oder Schwindel kommen. Hutter erklärt:  

Wenn diese ignoriert werden, kann man auch in eine akute Situation hineingeraten. Betroffene könnten einen Hitzekollaps bekommen oder sogar einen Hitzschlag erleiden. Durch eine dermaßen große Erwärmung des Körpers kann es zu bleibenden Hirnschäden oder sogar zum Tod kommen.

Dieser Gefahr sind sich viele aber nicht bewusst, dabei ist die Hitze nicht das einzige Problem. Weinke ergänzt:

Ebenfalls wichtig ist der Schutz vor UV-Strahlen, denn Hautkrebs ist immer eine Gefahr. Präventionsmaßnahmen müssen gesetzt werden. Der Arbeitgeber ist beispielsweise verpflichtet, geeignete Schutzausrüstung zur Verfügung zu stellen.

Um ein größeres Bewusstsein für das Thema zu schaffen, forderte Hutter auch einen ganz anderen Akteur zum Handeln auf:

Die Berichterstattung ist völlig wahnsinnig, wenn es 34 oder 38 Grad hat und bestimmte Medien schreiben 'Endlich ist der Sommer da' und Menschen im Bikini im Bad zeigen.

Vielmehr solle laut ihm über die negativen Folgen der Hitze berichtet werden.

Quelle: APAMED