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Datum: Dienstag, 15. Mai 2018

Artikel: CGM / Philipp Streinz

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Wiens neuer Drogenkoordinator

Kinderpsychiatrie wird ausgebaut

Mit der Bestellung von Ewald Lochner wurde zugleich die Koordinatorenfunktion um den Bereich der Psychiatrie erweitert. Die zentrale Planung, Steuerung und Abstimmung habe sich in Sucht- und Drogenfragen sehr bewährt und soll nun auch in der psychosozialen und psychiatrischen Versorgung Erfolge zeitigen, hieß es. Lochner kündigte ein Mehrangebot bei Ambulanzen und für Kinder und Jugendliche an.

"Wir gehen davon aus, dass wir im ambulanten Bereich mehr anbieten werden und im Rahmen der Kinder- und Jugendpsychiatrie ebenfalls die Ressourcen verstärken werden - vornehmlich bei den ambulanten Strukturen", stellte Lochner in Aussicht: "Geplant ist, dass wir in Zukunft innerhalb Wiens zumindest drei stationäre Versorgungszentren für die Kinder- und Jugendpsychiatrie anbieten können und daran angeschlossen jeweils zwei ambulante Einrichtungen."

Wieviele zusätzliche Plätze das bedeutet und wo sich Standorte befinden werden, wollte der Koordinator noch nicht verraten. Alle Details sollen gemeinsam mit der Stadt und dem Krankenanstaltenverbund präsentiert werden - voraussichtlich schon in den nächsten Tagen.

Lochner verwies bei dieser Gelegenheit auf den schon im Jahr 2016 einstimmig im Landtag beschlossenen Antrag, der die Weiterentwicklung der psychiatrischen Versorgung Wiens in die Wege geleitet hat. Inzwischen sei ein umfassendes Konzept erstellt worden, das es nun umzusetzen gelte, sagte der Koordinator. Hier will er ebenfalls Stadt, WGKK und PVA - nach dem Vorbild von "Alkohol. Leben können" - für eine enge Kooperation gewinnen, um Streitereien über Zuständigkeiten und Kostenübernahmen hintanzuhalten.

Als besondere Herausforderung nannte Lochner die besondere demografische Entwicklung der Stadt: "Wien wird älter und jünger zugleich. Das stellt natürlich die Gesundheitsversorgung vor große Herausforderungen, weil es Strukturen auf- und auszubauen gilt, um den Bedarf beider Zielgruppen abzudecken. Das heißt für die Psychiatrie übersetzt: Es ist davon auszugehen, dass es in Zukunft einen erheblichen Anstieg an Demenzkranken geben wird. Aber auch die Zahl der jüngeren Menschen, die an einer psychischen Erkrankung leiden, wird zunehmen."

Mit vermehrtem Bedarf sei aber auch über Wiens Gesamtbevölkerung betrachtet zu rechnen - denn: "Wenn unsere Entstigmatisierung funktioniert, dann wird es zu einer erhöhten Inanspruchnahme der Angebote kommen - und das ist gut so. Am meisten würde uns freuen, wenn es zu einer zeitgerechten Inanspruchnahme kommt." Denn derzeit würden sich viele Betroffene erst spät in Behandlung begeben, betonte Lochner.

Der 46-jährige Wiener, geboren am 16. Jänner 1972, wurde am Freitag von Bürgermeister Michael Häupl (SPÖ) bestellt. Er ist bereits seit 2007 für die Sucht- und Drogenkoordination tätig und leitete dort von 2010 bis 2015 den Bereich Arbeitspolitische Maßnahmen und soziale (Re-)Integration. Zuletzt war er Prokurist und zudem Kaufmännischer Leiter im Kuratorium Psychosoziale Dienste.

Quelle: APAMED