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Datum: Freitag, 27. Oktober 2017

Artikel: CGM / Philipp Streinz

Bildinhalt: Symbolbild Tabletten

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US-Drogenepidemie durch Analgetika

Die USA werden derzeit von einer tödlichen Drogenepidemie mit pro Tag rund 160 Todesopfern vor allem durch Opiat-Überdosierungen heimgesucht. Einer der Gründe für das Entstehen dieses enormen Problems war eine bestimmte Formulierung von Oxycodon- und ähnlichen Opioid-Analgetika.

"Im Jahr 2000 hatten wir drei Drogen-Todesfälle pro 100.000 Menschen. 2014 waren es bereits neun je 100.000 Personen. Die Situation wird immer schlimmer. Die Opfer sind zu mehr als 80 Prozent Weiße, nicht hispanisch-stämmige Personen", sagte Richard Dart von der University of Coloredo. Egal, ob Opioide als Medizin gegen Schmerzen verschrieben würden oder am Beginn des Gebrauches die Benutzung als Droge "zum Ausspannen" stehe, ein gewisser und kleiner Anteil der Konsumenten sei für eine Suchtentwicklung vulnerabel.

Besonders ab der Jahrtausendwende stieg in den USA die Häufigkeit der Verschreibung von Opioid-Analgetika dramatisch an. Hydrocodon mit der eineinhalb so starken Wirkung wie Morphin und das ebenfalls sehr stark wirksame Dihydrocodeinon (Oxycodon) wurden von den Ärzten vermehrt verschrieben. "Für die Entstehung von Sucht anfällige Patienten begannen die Kapseln zu lutschen, zu zerkauen. Dann zerstampften sie die Kapseln, was die Wirkstoffe injizierbar oder schnupfbar machte", sagte der US-Experte.

In den USA sind laut "New England Journal of Medicine" rund zwei Millionen Menschen abhängig von durch Ärzte verschriebenen Opioid-Analgetika. Die Zahl der Menschen, die damit Missbrauch betreibt, soll bei zwölf Millionen liegen. Laut der in Fachkreisen angesehensten Medizinfachzeitschrift der Welt war die massive Bewerbung der Schmerzmittel unter den medizinischen Laien ein wesentlicher Grund für das Entstehen der Probleme ("A pill for every ill"; Anm.).

Mittlerweile haben die Pharmakonzerne in den USA die Formulierung dieser Medikamente geändert. Seit 2011, als man Oxycodon auf eine Form umstellte, die das Zerkleinern der Kapseln schwierig macht, geht der Anteil der verwendeten Oxycodon-Präparate zurück, berichtete Dart. Doch die Opiat-Abhängigen würden übrig bleiben. So stiegen viele dieser durch Arzneimittel süchtig gewordenen Patienten auf illegale Drogen wie Heroin um, das mittlerweile teilweise dazu auch noch billiger als die Medikamente ist. Hinzu kam in den USA - diese Entwicklung gibt es vereinzelt auch in Europa -, dass in China illegal produziertes Fentanyl (extrem wirksames synthetisches Opioid) auf den Drogenmarkt gelangt. Es ist billig zu produzieren. Geschmuggelt werden brauchen nur geringste Mengen. Wegen der sehr leicht erfolgenden Überdosierung mit tödlichem Atemversagen als Folge ist Fentanyl besonders gefährlich.

Quelle: APAMED