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Datum: Dienstag, 26. September 2017

Artikel: CGM / Philipp Streinz

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Tarifverhandlungen

Wiens Ärztekammer will bis zu 40 Prozent Erhöhung

Ende 2017 laufen die Tarifverträge zwischen Wiener Gebietskrankenkasse (WGKK) und Ärztekammer für den niedergelassenen Bereich aus. Die Standesvertretung hat am Montag nun ihre Forderungen bei der Kasse deponiert. Priorität habe die "Stabilisierung des Hausarztes" und damit verbunden eine bis zu 40-prozentige Tariferhöhung - als "erster Schritt", sagte Kammer-Vizepräsident Johannes Steinhart.

Um die Zukunft des Hausarztes zu sichern, brauche es einen echten Systemwechsel. Man könne diesmal nicht "über ein paar Prozente im geringsten Bereich" diskutieren, stellte Steinhart - er ist auch Kurienobmann der niedergelassenen Ärzte - in einer Pressekonferenz klar. Der aktuellste WGKK-Jahresbericht aus 2015 weise für Allgemeinmediziner je Fall durchschnittlich 45,16 Euro Vergütung aus, für Fachärzte 70,24 Euro. Das sei keinesfalls angemessen.

Daneben wünscht sich die Kammer eine Reihe anderer Maßnahmen. So soll etwa die derzeitige Deckelung von Leistungen in Kassenordinationen aufgehoben werden. Man dürfe das Angebot nicht künstlich verknappen, sondern müsse den realen Bedarf als Maßstab heranziehen, meinte Steinhart. Außerdem werden einmal mehr 300 zusätzliche Kassenstellen in Wien gefordert. Denn kamen vor sechs Jahren noch 969 Einwohner auf einen Arzt, seien es mittlerweile schon 1.110. 

Steinhart warnte bei der Gelegenheit erneut vor einem Medizinermangel. Denn 60 Prozent der Ärzte würden in den kommenden zehn Jahren das Pensionsalter erreichen, der Nachwuchs leide gleichzeitig unter schlechten Rahmenbedingungen. Die Ärztevertretern fordern hier u.a. ein Modell der Arzt-bei-Arzt-Anstellung und eine flexiblere Vertretungsregelung.

Quelle: APAMED