medianet ÖAZ Philips QUALITAS ÖKZ MedAustron

Datum: Mittwoch, 3. Juli 2019

Artikel: CGM / Walter Zifferer

Bildinhalt: Jugendliche bei der Blutspende

Bildrechte: ÖRK / Jürgen Hammerschmid

Dieser Artikel wurde 57 mal gelesen.

Rotes Kreuz fordert Gesetzesänderung, um Blutengpass zu verhindern

Auflage, dass bei Blutspendeaktionen ein Arzt anwesend sein muss, soll fallen   Das Rote Kreuz appelliert an alle Parlamentsfraktionen einen möglichen Blutengpass durch die Änderung des Blutsicherheitsgesetzes abzuwenden.  

Im Osten Österreichs müssen derzeit 10% aller Blutspendeaktionen abgesagt werden. Grund dafür ist ein zwanzig Jahre altes Gesetz, das die verpflichtende Anwesenheit eines Arztes bei Blutspendeaktionen vorschreibt. Dafür stehen allerdings zu wenige Ärzte zur Verfügung. Das Rote Kreuz fordert daher dringend eine Änderung.  

Wir weisen die Politik seit zwei Jahren darauf hin, dass wir auf einen Blutengpass zusteuern. Wir brauchen geänderte Rahmenbedingungen, um die Versorgung mit lebenswichtigen Blut langfristig sicherstellen zu können. Im Sinne der Patienten appelliere ich an alle Parlamentarier hier aktiv zu werden. Einen politischen Stillstand in dieser Frage können wir uns nicht leisten.

Michael Opriesnig
Generalsekretär beim Österreichischen Roten Kreuz

 

Blutspenden ist ein sehr sicherer Vorgang. Es gab in den vergangenen 25 Jahren kein einziges lebensbedrohliches Ereignis, das die Anwesenheit eines Arztes erfordert hätte.

Dr. Ursula Kreil
Leiterin der Abnahme in der Blutspendezentrale für Wien, Niederösterreich und das Burgenland

 

Bei der Blutspende handelt es sich um einen standardisierten Vorgang. Die Zulassung von Spendern kann auch diplomiertes Pflegepersonal übernehmen. Das ist in vielen europäischen Ländern bereits der Fall. So verzichten unter anderem die Schweiz und skandinavische Länder wie Dänemark, Schweden und Finnland auf die Anwesenheit eines Arztes.

Nur 3,65% der spendefähigen Bevölkerung spendet Blut. Vor allem in den heißen Sommermonaten bleiben viele Spender aus. Pro Tag werden rund 1000 Blutkonserven in Österreichs Spitälern benötigt, jährlich sind es 350.000 Konserven. Aufgrund von guter Planung und Lieferungen aus anderen Bundesländern besteht keine Gefahr für Patienten. Für eine langfristige Sicherung der Blutversorgung ist eine Änderung des Blutsicherheitsgesetzes nötig.

 

Quelle: APAMED