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Datum: Samstag, 1. September 2018

Artikel: CGM /Walter Zifferer

Bildinhalt: Symbolbild

Bildrechte: ClipDealer /tharakorn

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Quälender Juckreiz

Jedes fünfte Kind leidet an Neurodermitis

Jedes fünfte Kind leidet an Neurodermitis Bis zu 20 Prozent der österreichischen Kinder leiden an Neurodermitis. Rund jeder zehnte Erwachsene ist ebenfalls von der häufigsten chronisch-entzündlichen Hauterkrankung betroffen - Tendenz stark steigend. Gene und Umwelteinflüsse spielen eine erhebliche Rolle, erläuterten Experten anlässlich des Europäischen Neurodermitis-Tages.

Eine - nicht ansteckende - Krankheit, viele Namen: Bei Atopische Dermatitis, Neurodermitis, Neurodermatitis, endogenes Ekzem, konstitutionelles Ekzem oder auch Prurigo Besnier handelt es sich um einen genetischen Defekt, der eine Schwächung der Hautbarriere verursacht und in unterschiedlichen Zeitabständen und Intensitäten auftritt. Oft verschwinden die Symptome im Erwachsenenalter, in seltenen Fällen kann sie aber auch dann erstmals auftreten.

Meist sind die Symptome zum Aus-der-Haut-Fahren: Ständiger Juckreiz, nicht selten am ganzen Körper, Ekzeme, trockene Haut und sehr oft Infektionen durch das Aufkratzen. Die schubweise auftretenden Beschwerden machen vor allem den Jüngsten zu schaffen, können aber heute recht gut und individuell behandelt werden. Das Umfeld, vor allem die Eltern, kann in speziellen Schulungen den Umgang und auch die diversen Therapie-Möglichkeiten erlernen, erläuterte Dermatologin Beatrix Volc-Platzer vom Wiener SMZ Ost.

Bei Neurodermitis fehlt genetisch ein Eiweißstoff, der die Hautzellen sozusagen miteinander "verklebt", wodurch die natürliche Barriere fehlt und viel Fett und Feuchtigkeit verloren geht. Das wiederum führt zu Austrocknung, leichterer Reizbarkeit und Anfälligkeit für Entzündungen. Eine Therapie setzt meist auf mehrere Maßnahmen: Neben lokalen und systemischen Behandlungen gilt es, Verhaltensänderungen zu implementieren und Auslöser (Trigger) zu vermeiden. Neurodermitis wird oft durch eine Allergie oder auch chemische und mechanische Reize, Stress und Infektionen noch verstärkt.

Wolle auf der Haut etwa vertragen die meisten Betroffenen schlecht. "Ein ganz wichtiger Aspekt ist die Psyche" meinte darüber hinaus Johannes Neuhofer, Dermatologe und Obmann der Bundesfachgruppe Dermatologie der Österreichischen Ärztekammer.

Juckreiz könne zu chronischer Schlaflosigkeit führen, aber auch optisch trage die schuppige Haupt wenig zum Wohlbefinden bei. Eine Stufentherapie erzielt meist gute Erfolge, egal ob es sich um eine leichte, mittelschwere oder schwere Form handelt. Dabei setzt man neben einer ständigen akribischen Feuchtigkeitspflege auch außerhalb von Schüben auf eine konkrete Bekämpfung der jeweiligen Entzündung.

Das Repertoire an Wirkstoffen hat sich in den vergangenen Jahren deutlich erweitert und in vielen Fällen wird eine Verzögerung oder Verhinderung von Schüben erreicht. Am häufigsten zum Einsatz kommen Salben mit Kortikosteroiden und Calcineurin-Hemmern, die entzündungshemmend wirken. Hinzu kommen Präparate, die den Juckreiz stillen und Feuchtigkeit zuführen. Vorübergehend kommt auch Kortison zum Einsatz.

Quelle: APAMED