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Datum: Dienstag, 17. April 2018

Artikel: CGM / Philipp Streinz

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Primärversorgung im Netzwerk

Österreichischer Kongress in Graz

Im österreichischen Gesundheitssystem sollen künftig Primärversorgungseinheiten (PVE) die medizinische Grundversorgung stärken. Sie können in Form eines Primärversorgungszentrums (PV-Zentrum) oder eines PV-Netzwerkes betrieben werden. Zum Thema "Netzwerke in der Primärversorgung" treffen sich ab Freitag Experten und Expertinnen am "Österreichischen Primärversorgungskongress" an der Med-Uni Graz.

Die Patienten, die in Primärversorgungszentren kommen, werden sicher gut behandelt werden. Wir werden aber nicht in jede kleine Gemeinde ein Primärversorgungszentrum hinstellen können", betonte Stefan Korsatko von der Med Uni Graz, der Bundessprecher des Österreichischen Forums für Primärversorgung, gegenüber der APA. Vor allem in ländlichen Regionen würden daher in Zukunft Primärversorgungs-Netzwerke eine wesentliche Rolle spielen.

"Das sind verbindliche Zusammenarbeitsformen von beispielsweise Hausärzten mit Kassenvertrag aus drei verschiedenen Gemeinden. Sie bieten an verschiedenen Standorten, aber bestens vernetzt, gemeinsam mit Pflegekräften, Diätologen, Physiotherapeuten, Sozialarbeitern und anderen Gesundheitsberufen die medizinische Grundversorgung", schilderte der Allgemeinmediziner und Mitarbeiter am Institut für Allgemeinmedizin und evidenzbasierte Versorgungsforschung der Med Uni Graz.

International würden solche Netzwerke schon bestens funktionieren. Der Grazer Kongress (bis zum 21. April) biete die Möglichkeit, zu sehen, wie Patienten in Primärversorgungsnetzwerken in Deutschland, Slowenien, Belgien oder Großbritannien behandelt werden. Vertreter erster solcher österreichischer Netzwerke wie u.a. im Salzburger Tennengau oder der Region rund um den Wallersee werden aus der Praxis heraus die Herausforderungen solcher Netzwerke vorstellen und diskutieren.

Die rechtliche Grundlage soll ein neuer, bundesweit einheitlicher und eigenständiger Primärversorgungs-Gesamtvertrag bilden, der zwischen dem Hauptverband der Sozialversicherungsträger und der Österreichischen Ärztekammer abgeschlossen wird und zu Jahresbeginn für Mitte des Jahres angekündigt wurde. Darin sollen u.a. das Mindestleistungsspektrum, Regelungen über die Grundsätze der Vergütung und die Ausgestaltung der Honorarvereinbarungen enthalten sein. "Es muss allerdings eine neue spannende Honorierung mit neuen Pauschalen und alternativen Vergütungsmodellen geben, sonst ist die Sache zum Scheitern verurteilt", urteilte Korsatko.

Quelle: APAMED