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Datum: Sonntag, 22. April 2018

Artikel: CGM / Philipp Streinz

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Pflegeheimbetreiber fordern von Regierung Konzept ein

Der Bundesverband der Alten- und Pflegeheime Österreichs fordert von der Regierung ein Gesamtkonzept zur Betreuung älterer Menschen ein. Das Kapitel dazu im Koalitionsabkommen sei enttäuschend, sagte Präsident Markus Mattersberger bei einer Pressekonferenz. Man müsse von der Kostendiskussion weg und hin zu einer Qualitätsdiskussion kommen. Auch die Pflegeberufe gehörten attraktiviert.

Zwar habe sich in der Zwischenzeit einiges getan, erwähnte Mattersberger etwa die Abschaffung des Pflegeregresses. Angesichts der demografischen Entwicklung sei ein Gesamtkonzept zur Pflege aber dringend notwendig: "Dem muss sich die Regierung stellen." Lediglich eine Seite habe die ÖVP-FPÖ-Koalition dem Thema gewidmet. Finanzierungszusagen seien nur ein erster Schritt, denn: "Österreich ist nach wie vor eines der reichsten Länder."

Josef Berghofer, Vizepräsident des Bundesverbandes, hält es zwar für "legitim, über Kosten zu diskutieren". Allerdings erfolge diese Debatte einseitig, wie er bemerkte. Für ihn stellt sich die Frage: "Was wird mit den Kosten an Qualität hergestellt?" Durch die Abschaffung des Pflegeregresses sei die Nachfrage in Heimeinrichtungen bereits gestiegen. Langfristig rechnet der Bundesverband mit einem Plus von zehn Prozent. So gebe es in manchen Einrichtungen mittlerweile Wartelisten.

Der Bundesverband "Lebenswelt Heim" empfiehlt daher einen Blick über die Grenzen hinaus. Österreich stelle die Spitze jener europäischen Länder dar, die den Großteil der Aufgaben den Angehörigen überlässt. 80 Prozent der Menschen würden zu Hause betreut. In den skandinavischen Ländern sei Pflege eine kommunale Aufgabe, der Fokus liege auf Prävention, berichtete Mattersberger. Auch seien die stationären Einrichtungen deutlich besser ausgestattet.

Für Martin König vom Bundesverband ist ein wesentlicher Faktor gut ausgebildetes Personal. Aufgabe der Regierung sei es, dahin gehend eine Ausbildungsoffensive zu starten. Plätze stünden leer, da Personal fehle. König forderte neben Teilzeitvarianten auch die Sicherstellung der Finanzierung des Lebensunterhalts und realistische Rahmenbedingungen während der Ausbildung.

Quelle: APAMED