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Datum: Sonntag, 10. Februar 2019

Artikel: CGM / Walter Zifferer

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Masern: 2018 Verdreifachung in der WHO-Europaregion

Mit Masern haben sich 2018 in der Europa-Region der Weltgesundheitsorganisation (WHO) so viele Menschen angesteckt wie seit zehn Jahren nicht mehr.

Die Zahl der Fälle stieg innerhalb eines Jahres auf das Dreifache, berichtete das WHO-Büro Europa in Kopenhagen. Verglichen mit 2016 hätten sich sogar 15-mal so viele Menschen angesteckt. 2016 war ein Niedrigrekord verzeichnet worden.

In Deutschland war der Trend den Angaben zufolge gegenläufig: Nach gut 900 Masern-Fällen 2017 wurden im vergangenen Jahr nur gut 500 Fälle gemeldet. 2018 wurden in Österreich insgesamt 77 Masern-Fallmeldungen registriert, gegenüber 95 im Jahr davor.

In den 53 Ländern der Region hätten sich 2018 fast 82.600 Menschen mit Masern angesteckt - 72 Kinder und Erwachsene seien daran gestorben, berichtet die WHO. Sie zählt zu der Region neben der EU auch Russland, die Türkei, Israel und die in Asien liegenden Länder Usbekistan und Aserbaidschan.

Mit Abstand am schwersten betroffen war die Ukraine mit über 53.000 Fällen. Mehr als 2.000 Fälle meldeten auch Serbien (5.076), Israel (2.919), Frankreich (2.913), Russland (2.256), Italien (2.517), Georgien (2.203) und Griechenland (2.193). Zwar seien in der Region im vergangenen Jahr gleichzeitig auch so viele Menschen gegen Masern geimpft worden wie nie zuvor. Aber es reiche noch nicht, sagte die Direktorin des Regionalbüros, Zsuzsanna Jakab.

Wir müssen mehr tun und unsere Sache besser machen, um jede einzelne Person vor Krankheiten zu schützen, die leicht vermieden werden können.

Das Virus kann das Gehirn befallen und ist deshalb lebensgefährlich. Die WHO will die Masern weltweit eliminieren. 

USA heftig betroffen

Während in Österreich Masern-Ausbrüche wegen mangelnden Impfschutzes bei Kindern immer wieder zu erwarten sind, haben die USA mit strikter Impfpolitik vor allem wegen importierter Fälle eine neue Situation: Bis 31. Jänner wurden dort bereits 79 Erkrankungen - allerdings bei 328 Millionen Einwohnern - registriert.

Das waren aber fast so viele wie im ganzen Jahr 2016 (86). Die Daten stammen von den Nationalen US-Zentren für Krankheitskontrolle (CDC) in Atlanta (US-Bundesstaat Georgia).

Masern könnte für 2019 eine rauhe Zeit bedeuten. 79 Masern-Fälle wurden den CDC im Jänner berichtet. Im Vergleich dazu waren es 372 Erkrankungen im Jahr 2018 - und das war das schlimmste Jahr seit 2014.

New England Journal of Medicine (Boston)

2014 hatte es in den USA 667 Masern-Erkrankungen gegeben. Infektionen wurden in diesem Jahr bisher in New York und in Washington sowie in den Bundesstaaten Kalifornien, Colorado, Connecticut, Georgia, Illinois, New Jersey, Oregon und and Texas registriert.

Die meisten der Betroffenen waren nicht geimpft. 2012 waren in den USA 55 Masern-Erkrankungen gemeldet worden, im Jahr zuvor waren es 220 gewesen, im Jahr 2010 nur 63. Ein beträchtlicher Anteil der Infektionen kommt in die USA, die einen strikten Impfnachweis vor Eintritt in Kindergarten, Schule etc. verlangen, "importiert" aus dem Ausland.

82 Personen brachten 2018 die Masern von Auslandsreisen in die USA. 2015 wurde ein Ausbruch rund um Vergnügungsparkbesucher (147 Erkrankte) auf eine einzige Indexperson zurückgeführt, welche die Viren von einer Fernreise mitgebracht hatte. Das Virus stammte ursprünglich aus den Philippinen.

2014 gab es einen großen Ausbruch mit allein 383 Erkrankungen (von 667 in den USA insgesamt) unter der auf die Täufer zurückgehenden Amish, die Impfungen ablehnen. Viele Infektionen konnten damals genetisch ebenfalls auf einen philippinischen Ursprung zurückverfolgt werden.

Quelle: APAMED