medianet ÖAZ Philips QUALITAS ÖKZ MedAustron

Datum: Mittwoch, 16. Mai 2018

Artikel: CGM / Philipp Streinz

Bildinhalt: Stapel Euroscheine

Bildrechte: ClipDealer / Smileus

Dieser Artikel wurde 174 mal gelesen.

Krankenkassen im Plus

Die Krankenkassen vermelden positive Zahlen sowohl für heuer als auch für das Vorjahr. 2017 haben die Kassen einen Überschuss von 48 Millionen Euro erwirtschaftet, für heuer wird ein Plus von sechs Mio. Euro erwartet. Das geht aus den veröffentlichten Zahlen des Hauptverbandes der Sozialversicherungsträger hervor. Hauptverbands-Chef Alexander Biach führt das auch auf Reformen zurück.

Wie auch in den vergangenen Jahren haben sich diesmal die Prognosen im Laufe der Zeit verbessert. Für 2017 hatte man Anfang des Jahres noch mit einem Minus von 22 Millionen gerechnet, im heurigen Februar war man dann im vorläufigen Ergebnis schon von einem Plus von fünf Millionen ausgegangen und das jetzt vorliegende endgültige Gebarungsergebnis weist für 2017 ein Plus von 48 Mio. Euro aus. Für 2018 war im Februar noch ein Minus von 41 Mio. Euro vorhergesagt worden, jetzt rechnet man mit einem Plus von sechs Millionen.

Biach führte diese "erfreuliche" Entwicklung einerseits auf die sehr gute Konjunktur zurück, andererseits aber auch auf die eingeleiteten Maßnahmen und Reformen. Etwa beginne die noch unter dem früheren Gesundheitsminister Alois Stöger (SPÖ) eingeleitete Gesundheitsreform zu wirken. So erfolge die Planung der Großgeräte und der Facharztstellen jetzt in den Zielsteuerungskommissionen gemeinsam mit den Ländern. Damit habe man den Kostendämpfungspfad um einige hundert Millionen Euro unterschritten. Auch das in Wien, Niederösterreich und Vorarlberg noch als Pilotprojekt laufende Gesundheitstelefon 1450 habe bereits "Lenkungseffekte".

"Gegriffen" hat nach Ansicht Biachs auch die "Preisbremse" für Medikamente. Die Pharmawirtschaft zahlt heuer noch zehn Mio. Euro pro Prozentpunkt Steigerung der Medikamentenkosten, maximal 80 Mio. Euro. Der Hauptverbands-Chef attestierte der Pharmawirtschaft deshalb auch einen "massiven Beitrag". Im Vorjahr sind diese Kosten um 3,4 Prozent gestiegen, im Voranschlag waren noch 4,2 Prozent angenommen worden. Für heuer werden 3,9 Prozent prognostiziert.

Die Einsparungen in der Verwaltung haben für Biach "alle Erwartungen übertroffen". Habe es 2016 in diesem Bereich noch ein Kostenwachstum von 4,7 Prozent gegeben, waren es 2017 nur noch 0,2 Prozent. Biach führt das auf Bündelungen im IT-Bereich zurück sowie darauf, dass administrative Prozesse verstärkt im Internet abgewickelt werden. Für heuer wird allerdings wieder ein Anstieg der Verwaltungskosten um 4,4 Prozent erwartet. Dafür nennt Biach die Umstellung der Lohnverrechnung ab 2019 als Grund. Derzeit sind Meldungen an die Krankenkasse noch ein Jahr im Nachhinein möglich, künftig wird das monatlich erfolgen. Für die Umstellung auf dieses moderne Lohnverrechnungsmodell schlagen aber heuer einmalige Investitionen zu Buche.

Stark steigen werden heuer die Ausgaben für Heilbehelfe - und zwar voraussichtlich um 9,8 Prozent. Biach nennt hier als Grund die Leistungsharmonisierung, die für die Patienten häufig bessere Leistungen bringen. So bekomme man für einen Rollstuhl in Wien nicht mehr wie bisher 498 Euro sondern so wie in ganz Österreich jetzt 3.320 Euro.

Negativ ist für den Hauptverbands-Chef auch die Entwicklung bei der Spitalsfinanzierung. Diese Kosten sind im Vorjahr um 4,9 statt der prognostizierten 4,4 Prozent gestiegen. Grund dafür ist die gute Konjunktur, weil die Zahlungen der Kassen dafür an die Betragseinnahmen gebunden sind. Das ist für Biach nicht "der Weisheit letzter Schluss", hier sollte man seiner Ansicht nach Reformen überlegen.

Von den Gebietskrankenkassen hat das Jahr 2017 nur die Wiener mit einem Minus abgeschlossen (-37,6 Mio. Euro). Alle anderen GKKs bilanzierten ausgeglichen oder mit einem leichten Plus. Heuer rutscht laut Prognose neben der Wiener (-18 Mio. Euro) auch die burgenländische GKK (-1,6 Mio. Euro) ins Minus. Von den betrieblichen Kassen sind 2017 und 2018 jene der öffentlich Bediensteten und jene für Eisenbahn und Bergbau in den roten Zahlen.

Quelle: APAMED