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Datum: Freitag, 19. Januar 2018

Artikel: CGM / Walter Zifferer

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Karl Landsteiner Universität

Erster Lehrstuhl für Gerontologie und Gesundheitsforschung in Österreich

An der Karl Landsteiner Universität in Krems wird der erste Lehrstuhl für Gerontologie und Gesundheitsforschung in Österreich eingerichtet, der sich mit dem Thema "Gesundheit und Lebensqualität im Alter" beschäftigen wird. Unter der Leitung des österreichweit anerkannten Soziologen und Gerontologen Univ.Prof. Franz Kolland werden neue Gesundheitsversorgungs-Konzepte für Menschen ab 60 Jahren entwickelt.

Im Zuge eines Pressegespräches in St. Pölten wurden kürzlich die Ziele und Aufgabenfelder des neuen Lehrstuhls vorgestellt. Bis zum Jahr 2050 werde die niederösterreichische Bevölkerung von 1,6 Millionen Menschen auf 1,9 Millionen Menschen anwachsen, so der niederösterreichische Landesrat DI Ludwig Schleritzko:

Im Jahr 2050 wird mehr als ein Drittel der Menschen in Niederösterreich über 60 Jahre alt sein, das sind rund 680.000 Menschen. Hinzu kommt, dass wir heute länger leben als die Generationen vor uns. Im Durchschnitt werden die Niederösterreicher 81 Jahre alt. Das heißt, wir brauchen neue Versorgungskonzepte für die alternde Gesellschaft. Und genau diese kann uns die Alters- und Gesundheitsforschung auf Basis wissenschaftlich fundierter Grundlagen und Daten liefern.

Deshalb werde das Land Niederösterreich an der Karl Landsteiner Universität in Krems den neuen Lehrstuhl für Gerontologie und Gesundheitsforschung einrichten, erläutert Schleritzko.

Unter der Leitung von Univ.Prof. Franz Kolland würden neue Konzepte für ältere Menschen entwickelt. "Diese fließen in die Planung und Weiterentwicklung des Gesundheitssystems in Niederösterreich ein", kündigte der Landesrat an. Der Lehrstuhl liefere unabhängige wissenschaftlich gesicherte Informationen und Konzepte, hielt er fest. "Damit können wir unser Gesundheitssystem auf die Bedürfnisse der alternden Bevölkerung anpassen, Gesundheitsangebote für die Menschen ab 60 Jahren weiterentwickeln und mit gezielten Investitionen die langfristige Finanzierbarkeit unseres Gesundheitssystems sichern", so Schleritzko.

Die Forschungsschwerpunkte des Lehrstuhls für Gerontologie und Gesundheitsforschung widmen sich folgenden sechs Bereichen:

  • "NÖ Gesundheitsbarometer Alter"
  • "Schaffung einer umfassenden Datenbasis auf Regionsebene für die Bevölkerung ab 60 Jahren"
  • "Durchführung von Analysen und Prognosen"
  • "Gesundheitsvorsorge und Pflege-Prävention"
  • "Förderung wissenschaftlicher Netzwerke"
  • "Zusammenarbeit zwischen den Fachgebieten".

"Mit dem "Gesundheitsbarometer Alter" werden die gesundheitliche Situation der über 60-Jährigen, ihre Einstellungen, Bedürfnisse wie auch ihre Verbesserungsvorschläge für das Gesundheitssystem in regelmäßigen Abständen erhoben. Gesundheit und Alter ist kein Widerspruch, wir investieren in die Zukunft, um die beste Gesundheitsversorgung zu ermöglichen", argumentiert er. Professor Franz Kolland von der Universität Wien meint: Um die Gesundheit im Alter zu verbessern, brauche es bedarfsorientierte Angebote sowie Unterstützung und Begleitung bei der Inanspruchnahme der Versorgung. "Wir werden eine umfassende Datenbasis über die Gesundheit der Bevölkerung ab 60 Jahren aufbauen und mit Hilfe von Analysen und Prognosen neue Entscheidungsgrundlagen für das Gesundheitswesen liefern", verspricht Univ.Prof. Kolland.

 

Quelle: APAMED

DI Ludwig Schleritzko
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