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Datum: Freitag, 12. Januar 2018

Artikel: CGM / Walter Zifferer

Bildinhalt: Impfung eines Kindes

Bildrechte: ClipDealer / CandBoxImages

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Italien streitet über Abschaffung der Impfpflicht

Die vom Parlament in Rom im Sommer beschlossene Impfpflicht für Schulkinder wird zum Thema im italienischen Wahlkampf. Die Lega Nord kündigte an, im Fall eines Siegs bei den Parlamentswahlen am 4. März 2018 die von der Regierung Gentiloni eingeführte Impfpflicht wieder abzuschaffen.

 

Die Pflicht gilt derzeit für zehn Impfungen, darunter gegen Diphtherie, Tetanus und Masern, und für Kinder im Alter von sechs bis 16 Jahren. Eltern, die die Vorschrift ignorieren, riskieren Geldstrafen zwischen 100 und 500 Euro

Wir sind für Impfungen, aber nicht dafür, Kinder zwangsweise zu impfen.

Matteo Salvini
Parteichef der italienischen Lega Nord

 

Gesundheitsministerin Lorenzin, Befürworterin der Impfpflicht, bezeichnete die Pläne der Lega Nord als "populistisch und verantwortungslos".

Für wenige Wählerstimmen ist Salvini bereit, das Leben unserer Kinder zu riskieren

Beatrice Lorenzin
Italienische Gesundheitsministerin

 

Sie beschuldigt die Lega, kein wahres Wahlprogramm zu haben. Salvini versuche daher mit populistischen Slogans, die Gunst der Wählerschaft zu gewinnen. Tatsächlich aber unterstellt sie mit ihrer Aussage jedoch in gewisser Hinsicht allen Staaten, die keine Impfpflicht haben, verantwortungslos zu agieren.

Das Vorhaben der Lega Nord sorgt jedenfalls auch innerhalb des Mitte-Rechts-Lagers für Debatten. Forza-Italia-Senator Paolo Romani meinte, man müsse an der Impfpflicht festhalten, da sie für die öffentliche Gesundheit wichtig sei.

Wir sind für Impfungen, nicht aber für das Gesetz Lorenzin, das die Italiener zu Impfungen zwingt.

Paola Taverna
Italienische Senatorin

 

Die für Gesundheitsfragen zuständige EU-Kommissionssprecherin Anca Paduraru erklärte sich wegen der zunehmenden Skepsis gegenüber Impfungen in Europa besorgt. "Wir wollen die Bedeutung der Impfungsprogramme zum Schutz der öffentlichen Gesundheit in Europa hervorheben", sagte Paduraru. Jeder EU-Staat selbst sei für die Frage der Impfungen zuständig.

 

Quelle: APAMED