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Datum: Montag, 21. August 2017

Artikel: CGM / Walter Zifferer

Bildinhalt: Gesundheitsministerin Dr. Pamela Rendi-Wagner

Bildrechte: SN/APA/Hans Punz

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Hürden für Landärzte abbauen

Um dem drohenden Ärztemangel zu begegnen, will Gesundheitsministerin Dr. Pamela Rendi-Wagner (SPÖ) die Hürden auf dem Weg zum Landarzt abbauen. Vorgesehen sind dabei auch Übergangspraxen der öffentlichen Hand, die Medizinern den Einstieg erleichtern sollen, wie einem Strategiepapier zur Stärkung der Hausärzte zu entnehmen ist.

Weil bis 2025 rund 60% der Hausärzte in Pension gehen, will Rendi-Wagner ein Gesamtpaket schnüren.

Damit mehr junge Menschen den Beruf gerne machen wollen und gut machen können.

Dr. Pamela Rendi-Wagner
Bundesministerin für Gesundheit und Frauen

Neben den geplanten Primärversorgungseinheiten, die die Arbeitsbedingungen der Hausärzte verbessern und mehr Zusammenarbeit im Team bringen sollen, strebt die Gesundheitsministerin mehr Praxis schon in der Ausbildung, flexiblere Verträge und Unterstützung bei der Praxisgründung. Zu letzterem soll es insbesondere für Landärzte gezielte Investitions- und Förderprogramme geben.

Hausärzte sollen ohne finanzielles Risiko eine Praxis gründen können. Dazu sollen Übergangspraxen der öffentlichen Hand ermöglicht werden. Diese sollen den Einstieg in den Beruf erleichtern. Sie sollen helfen bei Engpässen oder beim Umstieg vom Wahlarzt zum Vertragsarzt und sie sollen Altersteilzeit vor der Pensionierung ermöglichen.

Zudem soll mit Mobilitätsförderungen und Quereinsteiger-Programmen eine breite Interessentensuche bei ausgeschriebenen Stellen unterstützt werden. Flexible Verträge und moderne Arbeitszeitmodelle sollen den Hausarzt-Beruf attraktiver machen.

Rendi-Wagner will eine faire Abgeltung der Leistungen. Honorare müssten auf individuelle Erfordernisse eingehen, weil man etwa für manche Patienten mehr Zeit brauche als für andere. Neue Arbeitszeitmodelle sollen Jobsharing, Teilzeitmöglichkeiten oder die Möglichkeit einer beruflichen Auszeit bieten. Außerdem soll es Anstellungsmöglichkeiten auch für Hausärzte geben.

Eine Digitalisierungsoffensive soll mehr Service für die Arztpraxen (e-Medikation, elektronischer Impfpass, elektronischer Bewilligungsservice etc.) bringen. In der Ausbildung soll schon mehr Wert auf Praxis gelegt werden. Ein neuer Eingangstest soll soziale und kommunikative Kompetenzen besser berücksichtigen. An allen öffentlichen Universitäten sollen die Lehrstühle für Allgemeinmedizin auf- bzw. ausgebaut werden. Auf Praktika und Mentoringprogramme soll ein verstärkter Fokus gelegt werden.

Und schließlich soll die Ausbildung evaluiert werden. Es sollen die Fragen beantwortet werden: Ist der Praxisbezug zur Allgemeinmedizin ausreichend sichergestellt? Soll ein Facharzt für Allgemeinmedizin geschaffen werden?