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Datum: Donnerstag, 6. September 2018

Artikel: CGM /Walter Zifferer

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Hohe Spitalsbelastung

Immer weniger Zeit für die Patienten

Die Wiener Ärztekammer schlägt einmal mehr Alarm: Diesmal geht es um die Belastung der Spitäler durch zu viele Patienten. Ärzte hätten kaum noch Zeit, sich ausreichend um jeden einzelnen zu kümmern, wurde am Dienstag beklagt.Als Hauptursache sieht die Kammer das derzeitige Finanzierungssystem des heimischen Gesundheitswesens. Hier brauche es Änderungen.

Das derzeitige Modell sei äußerst komplex und werde sowohl aus Steuer-, als auch aus Sozialversicherungsbeiträgen finanziert, meint Gesundheitsökonom Ernest Pichlbauer.

Das ist keine gescheite Idee, weil es dadurch automatisch zu Konflikten kommt.

Die Folgen seien u.a., dass es keinerlei Anreize gebe, eine ambulante der stationären Versorgung vorzuziehen. Denn während Leistungen in Spitälern über ein Punktesystem abgerechnet würden, gebe es im Ambulanzsektor pauschalierte Abgeltungen. Darüber hinaus würden nicht nur einzelne Abteilungen, sondern ganze (Klein-)Spitäler erhalten, obwohl sie versorgungstechnisch eigentlich nicht nötig wären. Diese wiederum müssten durch die Konkurrenzsituation Patienten "erzeugen", so Pichlbauer.

Das führt laut dem Gesundheitsökonomen dazu, dass etwa Bronchitis-Erkrankte in manchen Regionen überdurchschnittlich oft im Krankenhaus behandelt werden, anderswo kaum.

Wolfgang Weismüller, Wiener Kammer-Vizepräsident und Obmann der Kurie angestellte Ärzte, forderte folglich eine "Finanzierung aus einer Hand". Wien sei von der derzeitigen Entwicklung nämlich besonders betroffen. Kleine Spitäler in der Provinz würden erhalten, während Geld in den Ballungsräumen fehle. Dazu kommt gemäß einer Auswertung Pichlbauers, dass Ärzte in Wien kaum "Leerläufe" haben. Weismüller meint:

Die Kollegen müssen am letzten Drücker arbeiten, die Zeit pro Patient sinkt. Das ist betriebswirtschaftlich gut, aber gesundheitsökonomisch ein Wahnsinn.

Mediziner würden inzwischen aus dem Spital weggehen, "weil sie sich das nicht mehr antun wollen". Weiters fehle es an Zeit, den Ärztenachwuchs angemessen auszubilden. Weismüller bezifferte die Zahl der fehlenden Spitalsärzte in Wien mit etwa 300.

Quelle: APAMED