medianet ÖAZ Philips QUALITAS ÖKZ MedAustron

Datum: Freitag, 22. Juni 2018

Artikel: CGM / Philipp Streinz

Bildinhalt: Symbolbild

Bildrechte: ClipDealer / magann

Dieser Artikel wurde 107 mal gelesen.

Gender-Gesundheitsbericht

In Sachen Gesundheit unterscheiden sich in Österreich Männer und Frauen wesentlich, was ihr gesundheitsbezogenes Verhalten, die Risikofaktoren und ihre Krankheiten angeht. Bei der "1. Männergesundheitstagung" am Dienstag in Wien wurde auch der erste "Gender-Gesundheitsbericht" mit einem Schwerpunkt auf psychische Gesundheit, Depression und Suizid präsentiert.

"Schon in der Jugend ist ein Unterschied im Gesundheitsverhalten zwischen Burschen und Mädchen zu beobachten. Später, im Erwerbsarbeitsleben, leiden Männer oft unter psychischen und physischen Folgen von Stress und Überarbeitung. Mit steigendem Alter wird dann auch die sexuelle Gesundheit für viele Männer immer mehr zum Thema", wurde Sozial- und Gesundheitsministerin Beate Hartinger-Klein (FPÖ) in einer Aussendung zitiert. Sie hatte die Tagung eröffnet. Der Report basiert auf Literaturrecherchen und Interviews mit Experten. Hervorgehoben werden die jeweils für Gesundheitsprobleme relevanten Rahmenbedingungen und Risikofaktoren.

Bei den gesundheitlicher Risiken ist die unterschiedliche Häufigkeit von Erkrankungen bei Männern und Frauen signifikant. "Besonders auffallend äußern sich diese Unterschiede bei folgenden Gesundheitsindikatoren: diagnostizierte Depressionen (Männer: 3,9 Prozent, Frauen: 7,5 Prozent), Suizide (M: 25,5, F: 7,1 pro 100.000 Einwohnern), Myokardinfarkt (M: 336, F: 148 pro 100.000 EW - wohingegen die 30-Tage-Sterblichkeit bei Frauen mit 8,3 Prozent höher liegt als bei Männern mit 5,4 Prozent), Übergewicht oder Adipositas (M: 55 Prozent, F: 39 Prozent), fast täglicher Alkoholkonsum (M: zehn Prozent, F: drei Prozent ), Bewegung (M: 29 Prozent, F: 21 Prozent), täglicher Obst- und Gemüsekonsum (M: 26 Prozent, F: 44 Prozent)", heißt es in dem Bericht. 3,9 Prozent der Männer leiden an Depressionen, bei den Frauen sind es 7,5 Prozent.

Auch im Fall von Einflüssen, die durch externe Bedingungen entstehen, unterscheiden sich Frauen und Männer gravierend: 16 Prozent der Männer und 20 Prozent der Frauen leben in Armuts- und Ausgrenzungsgefährdung. Die Erwerbsquote ist mit 80 Prozent bei den Männern deutlich höher als bei den Frauen (71 Prozent). Männer arbeiten nur zu elf Prozent als Teilzeitbeschäftigte, Frauen hingegen zu 47 Prozent. Außerdem nützen Frauen und Männer das Gesundheitssystem unterschiedlich, wie etwa die Inanspruchnahme von Hausärzten (Männer: 74 Prozent, Frauen: 79 Prozent) und niedergelassenen Ärztinnen/Ärzten (M: 63 Prozent, F: 85 Prozent) zeigt.

Link zum Gender-Gesundheitsbericht

Quelle: APAMED