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Datum: Donnerstag, 2. August 2018

Artikel: CGM / Philipp Streinz

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Fünf Primärversorgungszentren für Salzburg

In der Gesundheitsversorgung werden in Salzburg bis ins Jahr 2025 fünf sogenannte Primärversorgungseinheiten entstehen. Wie die Salzburger Gebietskrankenkasse (SGKK) und das Land am Donnerstag mitteilten, sind dabei drei Zentren in den nördlichen Bezirken des Landes und zwei in den Gebirgsgauen vorgesehen. Eine erste derartige Einrichtung im Bezirk Hallein befindet sich derzeit in Umsetzung.

Außerdem sollen - bedingt durch die steigende Bevölkerungszahl und die immer älter werdenden Patienten - in den kommenden sieben Jahren 15 neue Stellen für Allgemeinmediziner geschaffen werden. Zusätzlich wird auch das Facharzt-Angebot um 7,5 Stellen ausgebaut. Zwar habe Salzburg nach Wien österreichweit das zweitdichteste fachärztliche Versorgungsnetz. In einigen Bereichen sei aber ein Ausbau notwendig - etwa in der Inneren Medizin, im Bereich der Augenheilkunde, in der Neurologie sowie in der Kinder- und Jugendheilkunde. Ein Schwerpunkt liegt auch auf den Ausbau der psychiatrischen Versorgung in den ländlichen Regionen, um das regional ungleiche Versorgungsniveau auszugleichen.

SGKK-Obmann Andreas Huss bezifferte die Kosten für den geplanten Ausbau heute mit rund sechs Millionen Euro pro Jahr. Allerdings stehe die Umsetzung in einem massiven Widerspruch zu der im Juli von der Bundesregierung beschlossenen Ausgabenbremse für Sozialversicherungen. "Das macht uns ratlos. Denn mit der Schaffung der Primärversorgungseinheiten kommen wir einem klaren gesetzlichen Auftrag nach", sagte Huss. Weil man für die Gesundheitsversorgung im Land verantwortlich sei, werde man für die Planungen die Kostenbremse ignorieren und alles beschlussfest herrichten. "Die Entscheidung liegt dann letztendlich beim Ministerium."

Primärversorgungseinheiten (PVE) sind entweder Zentren oder Netzwerke, die Leistungen durch Allgemeinmediziner und Vertreter anderer Gesundheitsberufe wie Physiotherapeuten, Psychotherapeuten oder Sozialarbeitern möglichst an einem Ort bündeln. Sie versprechen kurze Wartezeiten und Behandlungswege und längere Öffnungszeiten. "Unser erklärtes Ziel ist es, die Primärversorgung zu stärken und die Spitäler zu entlasten", erklärte am Donnerstag auch Gesundheitslandesrat Christian Stöckl (ÖVP). Vor allem der Druck auf die Facharztversorgung in den Spitalsambulanzen soll damit reduziert werden.

Die Ärztekammer Salzburg hat die Pläne am Donnerstag grundsätzlich begrüßt: Es sei positiv hervorzuheben, dass keine Reduktion von Kassenstellen vorgesehen ist und in manchen Sonderfächern zusätzliche Facharzt-Stellen angedacht werden, hießt es in einer Aussendung. Allerdings gingen die Pläne von SGKK und Land zu wenig weit. Zudem sei es zu vermeiden, dass durch zusätzliche Stellen ausschließlich für PVEs in ohnehin gut versorgten Regionen Parallel- und Doppelstrukturen entstünden.

Quelle: APAMED