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Datum: Sonntag, 18. Februar 2018

Artikel: CGM / Walter Zifferer

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Früherkennung für gefährliche Aorten-Erkrankung

Während in Österreich noch immer über die Darmkrebs-Vorsorgeuntersuchung (Koloskopie) gestritten wird und ein flächendeckendes Programm dazu fehlt, ist Deutschland mit Anfang des Jahres einen Schritt weiter gegangen: Ein Mal wird für Männer über 65 Jahren eine Ultraschall-Screeninguntersuchung auf ein Bauchaortenaneurysma von den Krankenkassen bezahlt.

An einem Bauchaortenaneurysma erkranken etwa 4 bis 8% Prozent aller Männer über 65 Jahren, teilte die Deutsche Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin (DEGUM) mit. Männer in diesem Alter würden ein erhöhtes Risiko für diese gefährliche und häufig unerkannte Erkrankung aufweisen. Die Fachgesellschaft fordere jedoch, auch Frauen sowie Patienten ab 55 Jahren mit einem besonderen Risikoprofil - Diabetes oder Rauchen - einzubeziehen. Die Früherkennung sei ausschlaggebend dafür, ob der Patient diesen Vorfall überlebe. Denn bei einer Aussackung des größten arteriellen Blutgefäßes im Bauchraum bleibt der Patient zunächst zumeist beschwerdefrei. 

Wenn die Bauchaorta infolge der Aussackung reißt, kann der Betroffene innerhalb kürzester Zeit verbluten.

Thomas Fischer
Leiter des Interdisziplinären Ultraschall-Zentrums des Instituts
für Radiologie am MedUni-Campus Charite Berlin-Mitte

Zu Silvester 2006 starb an einer solchen Akuterkrankung die damalige österreichische Innenministerin Liese Prokop. Untersuchungen zeigen, dass nur etwa 10% der Patienten mit einem Riss in der Bauchaorta lebend im Krankenhaus ankommen.

Ein anderes Risiko besteht darin, dass infolge der Gefäßvergrößerung ein Blutgerinnsel zu Gefäßverschlüssen in den Beinen führen kann.

Aufgrund dieser Gefahrensituation für viele Patienten begrüße die DEGUM die Entscheidung, Männern über 65 eine Früherkennungsuntersuchung per Ultraschall zu gewähren. Im Zuge dessen kann ein Bauchaortenaneurysma schnell erkannt und operativ behandelt werden, um gefährliche Folgeschäden zu vermeiden. Dies kann vor allem per Einsatz einer Gefäßprothese erfolgen. In rund 70% der Fälle ist das ohne Operation und per Katheter-Intervention möglich. Das Screening soll im Rahmen der deutschen Gesundheitsuntersuchung "Check-up 35" einmalig erfolgen. Dies dürfen Hausärzte, Urologen, Internisten mit und ohne Schwerpunkt, Chirurgen und Radiologen durchführen. Auf Ärzteseite notwendig ist eine entsprechende Qualifikation für die Ultraschall-Untersuchungen. Auch wenn Männer häufiger von einem Bauchaortenaneurysma betroffen sind als Frauen, sollten letztere nach Ansicht der DEGUM auch von der Vorsorgeuntersuchung profitieren können - insbesondere Patientinnen mit erhöhtem Risiko wie Arteriosklerose. Fischer sagte:

Es wäre insgesamt ratsam, Patienten mit einem besonderen Risikoprofil - beispielsweise bei Diabetes, Bluthochdruck, einer Fettstoffwechselerkrankung sowie starke Raucher ab dem 55. Lebensjahr - in das Vorsorgescreening einzuschließen.

Quelle: APAMED