medianet ÖAZ Philips QUALITAS ÖKZ MedAustron

Datum: Freitag, 15. September 2017

Artikel: CGM / Philipp Streinz

Bildinhalt: Blutprobe

Bildrechte: ClipDealer / Szakaly

Dieser Artikel wurde 580 mal gelesen.

Flüssigbiopsie löst Gewebeentnahme bei Krebsdiagnose ab

Wie bösartig ein Tumor ist und welche Therapie am ehesten gegen ihn wirkt, haben die Ärzte bisher durch Gewebeproben festgestellt, die mittels Biopsie oder bei Operationen gewonnen werden. Mittlerweile kann man auch anhand einfacher Blutproben das Erbgut von Krebszellen charakterisieren, erklärte der Grazer Pathologe Gerald Höfler vor Pressevertretern in Wien anlässlich eines Ärztekongresses.

Den Tumor gut zu kennen, erhöht die Therapiechancen ungemein, sagte Höfler, der am Institut für Pathologie der Universität Graz arbeitet. Besitzen Krebszellen zum Beispiel bestimmte Eiweißstoffe an der Oberfläche, die das Zellwachstum fördern, kann man diese mit passenden Wirkstoffen hemmen. Dazu muss man immer seltener die Krebszellen selbst in die Hand bekommen, sondern kann auch von ihrem Erbgut auf die Eigenschaften schließen.

Bei der sogenannten Flüssigbiopsie analysieren die Pathologen DNA von Tumorzellen, die ins Blut ausgeschwemmt werden, so Höfler. Diese Methode ist viel weniger invasiv und kann sehr oft wiederholt werden, ohne die Patienten zu belasten. Das sei besonders hilfreich bei Tumoren, die ständig ihr genetisches Profil verändern und dadurch immer wieder resistent gegen Medikamente werden. Dies könne man nämlich anhand ihrer DNA im Blut ausgezeichnet verfolgen, und die Behandlung gegebenenfalls umstellen. Standard sei die Flüssigbiopsie derzeit bei Lungenkrebs, in Erprobung bei bösartigen Melanomen und Prostatakrebs.

Als Vorsorgeuntersuchung wie etwa Darmspiegelungen oder Brustkrebsscreening sei die Methode allerdings nicht geeignet, erklärte der Pathologe. "Es ist nicht immer garantiert, dass ein Tumor DNA ins Blut abgibt, das heißt ein negativer Befund sagt nicht aus, dass kein Tumor im Körper ist".

Quelle: APAMED