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Datum: Sonntag, 23. September 2018

Artikel: CGM / Walter Zifferer

Bildinhalt: Gefälschte Medikamente?

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Fake-Medikamente boomen

Laut aktueller Zahlen des Finanzministeriums wurden bis Ende August bereits rund 50 Prozent mehr illegale oder gefälschte Medikamente vom österreichischen Zoll beschlagnahmt als im gesamten Jahr 2017.

Das berichtete am Donnerstag der Österreichische Apothekerverband. Insgesamt 1.457 geschmuggelte Arzneiprodukte mit einem Gesamtgewicht von 10.078 Kilogramm wurden demnach von den Behörden in diesem Jahr schon aufgegriffen, allesamt über das Internet bestellt und per Post verschickt. 95 Prozent der von den Behörden aufgegriffenen Medikamente aus dem Internet sind seien Fälschungen und Substandard. Dazu wurde Jürgen Rehak, Präsident des Apothekerverbandes, zitiert:

Wenn Sie ein verschreibungspflichtiges Medikament wie Viagra oder die Pille rezeptfrei im Internet zur Bestellung finden, können Sie fix davon ausgehen, dass es sich um eine gefährliche Fälschung handelt. Der Arzneimittel-Internethandel birgt das Risiko der Gesundheitsgefährdung, wobei der Internethandel die liberalisierteste Form des Handels ist. Die von der Bundeswettbewerbsbehörde neuerlich geforderte Liberalisierung des österreichischen Apothekenmarktes ist angesichts dieser Entwicklung kontraproduktiv und sicher das falsche Signal. Gesundheit darf keinen rein ökonomischen Markmechanismen unterliegen.

In den kommenden beiden Wochen werde man im Internet die Aufklärungsaktivitäten zu Arzneimittelfälschungen und Medikamentenhandel im Internet verstärken. Mehr Beschlagnahmungen von illegalen Produkten muss aber nicht unbedingt auch ein Anwachsen des Problems insgesamt bedeuten. Darüber können derartige Statistiken nur sehr beschränkt Auskunft geben.

Die Auswirkungen gefälschter Medikamente auf die Gesundheit würden in der Bevölkerung häufig falsch eingeschätzt. Gefährliche Verunreinigungen, falsche Dosierungen könnten zu Zwischenfällen führen. Bei gefälschten Verhütungsmitteln gehe das bis hin zu Thrombosen oder Schlaganfällen.

Quelle: APAMED