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Datum: Samstag, 23. September 2017

Artikel: CGM / Philipp Streinz

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EU-Arzneimittelagentur erhebt Bereitschaft zu Nebenwirkungsmeldungen

Ohne möglichst viele Hinweise auf potenzielle Arzneimittel-Nebenwirkungen ist die Sicherheit rund um Medikamente nicht zu bewerkstelligen. Um die Einstellung von Bevölkerung, Ärzten und Apothekern dazu zu erheben, hat die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) hat jetzt eine Online-Umfrage gestartet.

"Wir empfehlen im Grunde genommen allen Österreichern, ganz besonders aber den Angehörigen der Gesundheitsberufe, die Teilnahme an der Umfrage (https://ec.europa.eu/eusurvey/runner/EMA-survey-on-reporting-adverse-drug-reactions)", sagte Christoph Baumgärtel vom Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen (BASG).

Speziell geht es in der Umfrage um die Bereitschaft und die Motivation, unerwünschte Arzneimittelreaktionen bei der Verwendung von Medikamenten den Behörden zu melden, insbesondere bei jenen, die in der Fach- und Gebrauchsinformation mit einem "schwarzen Dreieck" gekennzeichnet sind.

"Das schwarze Dreieck für Arzneimittel dient einer besonders schnellen Identifizierung neuer Erkenntnisse über deren Sicherheit. Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung beim in Österreich zuständigen Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen (BASG) zu melden", betonte der Experte. Auf diese Weise gekennzeichnete Medikamente stehen in der EU unter besonderer Beobachtung. Oft handelt es sich dabei um neue und innovative Arzneimittel, häufig auch aus Biotech-Produktion.

"Wir empfehlen allen Interessierten und den Gesundheitsberufen, Ärzten und Apothekern eine rege Teilnahme an dieser wichtigen EU-weiten Befragung, da wir durch die Ergebnisse das europäische Meldewesen, und insbesondere jenes in Österreich, wo die Meldezahlen noch ausbaufähig sind, in Zukunft weiter verbessern können", sagte Baumgärtel. Gleichzeitig sei an die Angehörigen der Gesundheitsberufe in Österreich zu appellieren, in Zukunft noch mehr der gesetzlichen Verpflichtung zur Meldung von Nebenwirkungen nachzukommen.

Im Juni dieses Jahres hatte das BASG bereits vehement auf die vergleichsweise geringe Zahl von Meldungen über potenzielle Nebenwirkungen von Arzneimitteln in Österreich hingewiesen. Pro Jahr werden in Österreich auf Krankenkassenkosten 120 Millionen Arzneimittel verschrieben. 2016 gab es bloß rund 6.100 Erstmeldungen über Arzneimittelnebenwirkungen an das Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen (BASG). Ohne solche "Signale" können die EMA-Experten nicht auf die Spur bisher unbekannter oder in ihrer Häufigkeit unterschätzter Nebenwirkungen kommen.

Bei der Sommerakademie der Österreichischen Apothekerkammer in Pörtschach Ende Juni wurde das Thema Arzneimittelsicherheit durch die AGES bereits stark in den Vordergrund gestellt, die Gesundheitsberufe wurden zu vermehrter Zusammenarbeit aufgefordert. Die Apotheker konnten zuletzt, ausgehend von einem niedrigen Niveau, die Zahl der Nebenwirkungsmeldungen von 2016 bereits verdoppeln.

"Das Ziel der Umfrage ist es, Bewusstsein, Einstellung und Berichterstattungsverhalten von Patienten und Angehörigen des Gesundheitswesens für Nebenwirkungsmeldungen abzufragen, die Daten in Folge systematisch zu bewerten und neue Erkenntnisse für noch mehr Arzneimittelsicherheit abzuleiten."

Der Fragebogen (anonym auszufüllen) steht auch in deutscher Sprache zur Verfügung. Die Teilnahme dauert wenige Minuten. Der Fragebogen steht für Antworten bis zum 9. Oktober 2017 offen. Die Ergebnisse der Umfrage werden von der EMA und der Europäischen Kommission analysiert, die Schlussfolgerungen dann veröffentlicht.

Quelle: APAMED