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Datum: Donnerstag, 9. August 2018

Artikel: CGM / Philipp Streinz

Bildinhalt: Ärztin mit Patient

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Erste NÖ Primärversorgungseinheit öffnet im Oktober in Böheimkirchen

Anfang Oktober öffnet das erste Primärversorgungszentrum in Niederösterreich. Die präsentierten Pläne für die Einrichtung in Böheimkirchen (Bezirk St. Pölten-Land) sehen ein Kernteam aus fünf Ärzten vor, pro Woche soll 55 Stunden offengehalten werden. Die Standorte in St. Pölten und Schwechat sollen 2019 starten. Bis 2021 soll es im Bundesland 14 Primärversorgungseinheiten geben.

In Böheimkirchen entsteht das Zentrum am 1. Oktober aus einer bestehenden Gruppenpraxis mit vier Allgemeinmedizinern, die um einen Arzt erweitert wird. Das Kernteam soll durch sechs Ordinationsassistentinnen und eine Gesundheits- und Krankenpflegekraft ergänzt werden. Angeboten werden sollen außerdem Physiotherapie, Psychotherapie, Sozialarbeit und Diätologie, eventuell soll auch ein Kinderarzt zum erweiterten Team gehören. Zudem soll ein Manager die Primärversorgungseinheit betreuen. "Spannend wird die interdisziplinäre Zusammenarbeit", sagte Allgemeinmediziner Christoph Powondra in einem Pressegespräch.

Primärversorgungseinheiten seien eine "gute Ergänzung" zum bewährten Hausarztsystem, um Menschen wohnortnah zu versorgen, sagte Landesrätin Ulrike Königsberger-Ludwig (SPÖ). Vorteile für Patienten seien längere Öffnungszeiten und ein breiteres Angebot, Ärzte könnten ihre Arbeitszeit besser einteilen und damit von einer ausgeglicheneren Work-Life-Balance profitieren. Durch das Zentrum im "Gesundheitshaus" in Böheimkirchen werde das Angebot größer, freute sich Bürgermeister Johann Hell (SPÖ).

Als weitere Standorte stehen St. Pölten und Schwechat fest. Die Primärversorgungseinheit in der Landeshauptstadt soll mit 1. Jänner 2019 in Harland in Betrieb gehen, in Schwechat sei der Start im ersten Halbjahr 2019 geplant, hieß es aus dem Büro der Landesrätin.

Weitere Standorte stehen laut Königsberger-Ludwig noch nicht fest. Als Pilotprojekte sind zumindest eine Netzwerkvariante und eine Primärversorgungseinheit in der Nähe von oder in einem Landesklinikum geplant.

81 Prozent der Kosten für die Primärversorgungseinheiten übernimmt den Angaben zufolge die Sozialversicherung, 19 Prozent das Land Niederösterreich. Die Auswirkung der von den Koalitionspartnern ÖVP und FPÖ sowie den NEOS beschlossenen "Ausgabenbremse" für die Sozialversicherungen auf Primärversorgungseinheiten sei derzeit nicht abschätzbar, meinte Königsberger-Ludwig auf Nachfrage. Österreichweit sind 75 derartige Einheiten bis 2021 vorgesehen.

Quelle: APAMED