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Datum: Mittwoch, 23. Januar 2019

Artikel: CGM / Walter Zifferer

Bildinhalt: Hybrid-OP-Saal im AKH Wien

Bildrechte: AKH Wien Informationszentrum und PR

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Erfolgsgeschichte Hybrid-OP

Wien weltweit top bei komplexen Herz-Operationen

Die klinischen Abteilungen für Kardiologie und Herzchirurgie der Medizinische Universität Wien bzw. des AKH Wien betreiben seit August 2017 den neuen Hybrid-Operationssaal. Er gilt als der modernste Europas und zeichnet sich durch eine ganz besondere Bildgebung aus.

Ein Hybrid-OP ist ein Operationssaal, der mit bildgebenden Anlagen in Form von Angiografieanlagen, Computertomographen oder Magnetresonanztomographen ausgestattet ist. Diese bildgebenden Modalitäten ermöglichen minimalinvasive Eingriffe, die für den Patienten weniger traumatisch sind. Minimalinvasiv bedeutet dabei, dass der Chirurg keine größeren Operationswunden verursacht, um Zugang zu dem zu operierenden Körperteil zu erhalten, sondern Katheter oder Endoskope durch kleine Öffnungen in den Körper einbringt. Im Falle der Herzchirurgie kann das zum Beispiel eine Sternotomie vermeiden. Bildgebung in Form von mobilen C-Bögen, Ultraschall und Endoskopie gehört seit langem zur Standardausstattung im OP. Neue minimalinvasive Ansätze erfordern aber eine bessere Bildqualität zur Visualisierung kleiner anatomischer Strukturen und sehr dünner Gefäße im Herzmuskel. Dies kann durch intraoperative Rotationsangiografie erreicht werden. Auch die Verbindung verschiedener Bildgebungsmodalitäten und deren inhärenter Stärken mittels Registrierung kann Vorteile bringen.1

Der neue Hybrid-OP in Wíen gilt als der modernste Europas und zeichnet sich durch eine ganz besondere Bildgebung aus.

Das ermöglicht uns komplett neue Eingriffe über immer kleinere Zugänge.

Univ.-Prof. Dr. Günther Laufer
Herzchirurg, Leiter der Klinischen Abteilung für Herzchirurgie und stellv. Vorstand der Universitätsklinik für Chirurgie am Allgemeinen Krankenhaus Wien

Insbesondere für die Aortenklappe stellt der transkatheter Klappenersatz aus derzeitiger Sicht bei Hochrisikopatienten das Mittel der Wahl dar.

Univ.-Prof. Dr. Christian Hengstenberg
Leiter der klinischen Abteilung für Kardiologie an der Universitätsklinik für Innere Medizin II im Allgemeinen Krankenhaus Wien

Seither sind den Wiener Ärzten einige neue Operationen gelungen, die für die Patienten noch schonender verlaufen: Zuletzt konnte eine Aorteninsuffizienz mit einer neuartigen Klappe behoben werden, die sich eigentlich noch im Probestadium befindet – auch das war nur mit Hilfe dieser Angiographieanlage möglich. Dies ist die neueste Technologie, die derzeit in einem interdisziplinären Hybrid-OP zur Verfügung steht.

"Die Qualität der Durchleuchtung ist einzigartig", sagt Martin Andreas von der Universitätsklinik für Chirurgie.

Es ist über spezielle Programme möglich, simultan im Vorfeld erhobene Befunde (z.B. die Computertomographie oder Ultraschallbildern) in die Angiographieanlage einzuspielen und somit die volle Informationsbreite der Bildgebung zu nutzen. Hiermit wird es möglich, auch komplexeste Eingriffe interdisziplinär unter optimalen Bedingungen durchzuführen und neue Verfahren zu entwickeln.

Ass.Prof. Priv.Doz. Dr. Georg Goliasch
Klinischen Abteilung für Kardiologie an der Universitätsklinik für Innere Medizin II im Allgemeinen Krankenhaus Wien

Der Operationsverlauf wird über große Bildschirme überwacht. Das gibt den Patienten größtmögliche Sicherheit und den Operateuren die bestmögliche Kontrolle bei der Ausführung. Die Patienten und das Personal profitieren außerdem von geringstmöglicher Strahlenbelastung. In diesem hochmodernen Hybrid-Operationssaal können nicht nur Implantationen von Aortenklappen über die Leistenadern, die Herzspitze oder die Hauptschlagader möglich gemacht werden, sondern auch die interventionelle Reparatur von Mitralherzklappen über die Leiste. Der Bedarf für solche komplizierten und zugleich schonenden Operations­verfahren ist weltweit steigend.

International im Spitzenfeld

Von 24. bis 26. Jänner trifft sich die internationale Elite der kardiovaskulären Medizin in Wien zu einem interdisziplinären Fachkongress aus Kardiologen, Herzchirurgen, Radiologen, Anästhesisten und Krankenpflegern: C3-Meeting (Consensus / Controversies / Compromise in Cardiovascular Medicine; www.c3vienna.com).

Die interdisziplinäre Leitung des Kongresses besteht aus Günther Laufer und Martin Andreas (Klinische Abteilung für Herzchirurgie) sowie Christian Hengstenberg und Georg Goliasch (Klinische Abteilung für Kardiologie). Neben den Fachvorträgen der international hochdekorierten Rednern werden aus dem Hybrid-OP des AKH Wien Live-Operationen in den Kongress-Saal übertragen. Mit ähnlichen Live-Übertragungen ins Hörsaalzentrum der MedUni Wien sorgten die Wiener Ärztinnen und Ärzte bereits bei der Langen Nacht der Forschung in den Jahren 2016 und 2018 für erhebliches Aufsehen und für gewaltiges Interesse.

Für die Key Lecture zum Thema "Entzündung und Atherosklerose" konnte der weltweit angesehene Kardiologe und Herz-Kreislauf-Forscher Peter Libby von der Harvard Medical School gewonnen werden, der wie kein anderer das moderne Verständnis der Entstehung der Arterienverkalkung (Atherosklerose) geprägt hat – diese ist in unserer Bevölkerung der Killer Nummer eins.

Infos und Anmeldung: www.c3vienna.com

Literatur:
1 Wikipedia: https://de.wikipedia.org/wiki/Hybrid-OP, Zugriff: 20.1.2019.

Quelle: APAMED