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Datum: Montag, 11. März 2019

Artikel: CGM / Philipp Streinz

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Engere Zusammenarbeit im Gesundheitswesen zwischen Schweiz und Niederösterreich

Niederösterreich wird mit den Schweizer Expertinnen und Experten im Gesundheitswesen noch intensiver kooperieren. Ziel ist es, die Gesundheitsversorgung beider Länder noch weiter auszubauen. „Nach Schweizer Vorbild werden die medizinischen Behandlungen in Niederösterreich noch rascher und punktgenauer erfolgen. Zugleich bauen wir 14 neue Gesundheitszentren im ganzen Land. Ein Modell, welches sich in der Schweiz seit 20 Jahren bestens bewährt. Wir werden die Zusammenarbeit im Gesundheitswesen zwischen Niederösterreich und der Schweiz noch weiter verstärken“, so NÖGUS-Vorsitzender Landesrat Martin Eichtinger.

Wie das in der Schweiz gehandhabt wird, hat sich der NÖGUS-Vorsitzende gemeinsam mit einer Delegation von gesundheitspolitischen Entscheidungsträgern aus Niederösterreich Näher angesehen. Beim Besuch von "Medi24" – einem telemedizinischen Beratungszentrum in Bern – wurde der letzte Stand der Technik intensiv diskutiert.

Dieses Zentrum hat den Status einer Schweizer Arztpraxis. Ein interdisziplinäres Team aus über 120 Fachpersonen, darunter Ärzte und Pflegefachpersonen, bietet rund um die Uhr telefonische Hilfe bei medizinischen Fragen in allen Lebenssituationen. Die Dienstleistungen werden in den Sprachen Schweizerdeutsch, Deutsch, Französisch, Italienisch und Englisch angeboten.

Zu den Hauptaufgaben gehören eine allgemeine medizinische Beratung, eine Anleitung zur Selbstbehandlung, eine Konsultation im Akutfall und einer Notfall- und Praxistelefone für diverse Ärztenetzwerke und Spitäler. Durch Krankenversicherer und Ärztenetze haben mehr als vier Millionen Personen Zugang zu Medi24. Seit der Geschäftsaufnahme 1999 führten die medizinischen Fachpersonen über viereinhalb Millionen Beratungsgespräche. Fast jeder zweiter Schweizer nutzt dieses Service.

„Die Schweiz ist an unseren Erfahrungen mit der Gesundheitshotline 1450 sehr interessiert und welche Vorteile sie für das Gesundheitswesen bringt. Zugleich wollen wir von der Schweiz im digitalen Medizinbereich lernen. Die Schweiz und Niederösterreich können voneinander profitieren und haben ein gemeinsames Ziel: die beste medizinische Versorgung für die Bürgerinnen und Bürger mit den neuesten Hochtechnologien. Gemeinsam wollen wir die medizinische Versorgung noch digitaler ausbauen wie zum Beispiel mit dem Start des elektronischen Impfpasses“, erklärt NÖGUS-Vorsitzender Landesrat Martin Eichtinger über Erfolg und Weiterentwicklung des Gesundheitswesens.

"Nach intensiven Vorarbeiten konnten wir Niederösterreich als Pilotprojekt für den elektronischen Impfpass erfolgreich einreichen. Der digitale Impfpass ist ein Meilenstein im Gesundheitswesen und ersetzt den bisherigen Papier-Impfpass. Als Pilotland zählt Niederösterreich erneut zu den bundesweiten Vorreitern. Die Niederösterreicherinnen und Niederösterreicher profitieren so vorzeitig vom neuen Service. Unser Ziel ist es, die Vorteile der Digitalisierung wie in der Schweiz zu nutzen, um eine moderne Gesundheitsversorgung in höchster Qualität für unsere Bürgerinnen und Bürger zu sichern. Die Menschen in Niederösterreich sollen von der besten Technik in der Gesundheit profitieren“, so Martin Eichtinger.

Im Rahmen eines Pilotprojektes in den drei Bundesländern Niederösterreich, Steiermark und Wien wird der Inhalt des E-Impfpasses erarbeitet und die technische Infrastruktur in ELGA (elektronische Gesundheitsakte) errichtet. In Niederösterreich werden in einem ersten Schritt im Herbst 2019 rund 30 niedergelassene Kinderärzte und Ärzte der Allgemeinmedizin an den E-Impfpass angebunden. Der Pilot startet mit dem Kinderimpfkonzept für Kinder von 0 bis 6 Jahren bzw. beim Schuleintritt.

Im E-Impfpass werden in einem persönlichen Impfplan die durchgeführten Impfungen der Patienten festgehalten. Ein Arzt- und Patientenerinnerungssystem erinnert zudem an anstehende Impfungen. Der E-Impfpass soll dazu beitragen Doppelimpfungen zu vermieden und die Durchimpfungsrate zu steigern. Nach der Evaluierung des Pilotprojektes ist ab dem Jahr 2021 die österreichweite Ausrollung des E-Impfpasses geplant.

„Der E-Impfpass bringt mehr Qualität und Service in der Medizin für Patientinnen und Patienten, die Ärzteschaft und letztendlich für die gesamte Gesellschaft. Mit nur einem Klick haben die Ärztinnen und Ärzte sowie die Patientinnen und Patienten den Impfstatus am Bildschirm. Das erspart Zeit, Aufwand und Kosten und leistet einen enormen Beitrag für die Gesundheit der Niederösterreicherinnen und Niederösterreicher“, so Eichtinger.

Seit 2017 läuft das Projekt „Gesundheitshotline 1450“ erfolgreich in Niederösterreich. 16 diplomierte Gesundheits- und Krankenpflegemitarbeiter haben insgesamt mehr als 46.000 Menschen per Telefon geholfen und Leben gerettet. „Aufgrund des Projekterfolgs wird die telefonische Gesundheitshotline 1450 österreichweit ausgerollt. Zudem stocken wir das Personal in Niederösterreich von 16 auf 25 Expertinnen und Experten am Telefon auf“, so NÖGUS-Vorsitzender Landesrat Martin Eichtinger.

Die Statistik zeigt, dass in Stoßzeiten – vor allem in den Abendstunden – bis zu fünf Expertinnen und Experten gleichzeitig an den Telefonen sitzen. Und: Die durchschnittliche Gesprächs- bzw. Beratungsdauer ist im Vergleich zu Notrufen extrem hoch, beträgt sie doch 13 Minuten und 31 Sekunden. „Egal ob Praktiker, Therapeut, Facharzt oder Gesundheitszentrum. Zwei Drittel der Anruferinnen und Anrufer konnten in den niedergelassenen Bereich weitergeleitet werden. Rund zehn Prozent unterschätzten ihre Symptome und mussten rasch mit dem Rettungsdienst versorgt werden. Mehr als 4.000 Menschen konnte mit Hinweisen zur Selbstversorgung bestens am Telefon geholfen werden“, betont Eichtinger.

1450 ist eine telefonische Gesundheitsberatung, ist kostenlos rund um die Uhr erreichbar und wird in den Pilotbundesländern Niederösterreich, Wien und Vorarlberg seit dem 7. April 2017 angeboten.