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Datum: Freitag, 19. Januar 2018

Artikel: CGM / Walter Zifferer

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ELGA & e-Medikation in Ordinationen

Bis Mitte 2019 flächendeckend!

Bis Mitte 2019 wird die Elektronische Gesundheitsakte (ELGA) samt e-Medikation flächendeckend auch im niedergelassenen Bereich im Einsatz sein.

Dies sieht der Rollout-Plan vor auf den sich Ärztekammer, Sozialversicherung und Softwarehersteller geeinigt haben. Ab März 2018 wird nun auch der niedergelassene Bereich mit ELGA ausgestattet. Gestartet wird am 8. März 2018 in der Steiermark mit dem Probebetrieb-Bezirk Deutschlandsberg, in der Folge wird die Software in definierten Etappen über alle österreichischen Bundesländer ausgerollt. Im Juni 2019 soll das Rollout in Wien abgeschlossen sein.

Ein bisher wenig kommunizierter Teil der Gesundheitsakte ist die e-Medikation. Alle rezeptierten Medikamente der an ELGA teilnehmenden Patienten werden nach erfolgtem Rollout allen behandelnden Ärzten (sowie Krankenhäusern) in Form einer Online-Medikamentenliste zur Verfügung stehen. Die Fragen an den Patienten nach den aktuellen Medikamenten kann damit entfallen.

Apotheken sollen auch rezeptfreie Medikamente erfassen, wenn die Gefahr besteht, dass diese Wechselwirkungen auslösen können. Mit der österreichweiten Verwendung von ELGA wird überdies die Voraussetzung für weitere Anwendungen wie den e-Impfpass oder die elektronische Zuweisung geschaffen.

Bund, Länder und Sozialversicherungen haben vereinbart, dass diese Anwendungen 2018 entwickelt und zukünftig eingesetzt werden. Die Softwarehersteller haben sich vehement für eine tragfähige Finanzierungsstruktur der jetzt anlaufenden und künftigen eHealth Projekte eingesetzt. Die Ärztekammer und der Hauptverband haben sich, diesen Forderungen folgend, nun auch auf die Finanzierung der laufenden Software-Wartungsaufwände geeinigt.

Vor der Einführung neuer eHealth Projekte (z.B. Impfplan) erfolgt eine Kosten-Nutzen Analyse wodurch die Finanzierungsstrukturen vor Projektstart geklärt werden müssen. Die niedergelassenen - also freiberuflich tätigen - Ärzte, die Apotheken und Ambulatorien werden beim Einbindung von ELGA in die eigene Software unterstützt. Das Ministerium stellt als Anschubfinanzierung mehr als zehn Millionen Euro zur Verfügung.

 

e-Medikation als erste Anwendung im niedergelassenen Bereich

In e-Medikation werden alle verordneten und abgegebenen Medikamente, konkret rezeptpflichtige Arzneimittel und auch wechselwirkungsrelevante rezeptfreie Arzneimittel gespeichert. Berechtigte Gesundheitsdiensteanbieter können auf die e-Medikationsdaten ihrer Patienten gesichert zugreifen und sehen unmittelbar, was andere Ärzte verordnet und welche Medikamente sich der Patient in der Apotheke abgeholt hat.

 

Vorteile für die Patienten:

 

• Risiko von Wechselwirkungen und Mehrfachverordnungen wird stark reduziert.

• Sicherheit zur richtigen Einnahme der Präparate wird deutlich erhöht.

• Schneller, aktueller Überblick über verordnete Medikamente durch Einsichtnahme in die eigene e-Medikationsliste über das ELGA-Portal.

• Wesentlich bessere Kommunikation der Gesundheitsdiensteanbieter untereinander.

 

Vorteile für Ärzte und Apotheken:

 

• Erhebliche Verbesserung der Datenqualität durch Standardisierung der Medikationsdaten.

• Massive Qualitätssteigerung der Therapie.

• Verordnungsentscheidung aufgrund gesamtheitlicher Informationsbasis.

• Unterstützung bei der Prüfung von unerwünschten Arzneimittelwirkungen.

• Integration der Beteiligten am Medikationsprozess.

• Automatisches Übernehmen in die eigene Software.

• Zeitnahe und hochwertigere Informationen.

 

Quelle: Doris Steiner & Eduard Schebesta