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Datum: Mittwoch, 20. März 2019

Artikel: CGM / Philipp Streinz

Bildinhalt: Symbolbild Demografie

Bildrechte: ClipDealer / Colour

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Demografischer Wandel erfordert mehr altersgerechte Wohnungen

Entwickelt sich der österreichische Wohnungsmarkt wie bisher, dann droht ein Mangel an altersgerechten Wohnungen. Um dem demografischen Wandel und dem damit verbundenen erhöhten Pflegebedarf gerecht zu werden, würden bis 2029 rund 87.000 zusätzliche Wohneinheiten für "Betreutes Wohnen" benötigt, war bei der Präsentation des Marktberichts zu "Seniorenwohnen" am Donnerstag in Wien zu erfahren.

Der von "Silver Living GmbH" herausgegebene Bericht rechnet vor, dass bei der derzeitigen jährlichen Bauleistung von rund 1.500 Betreuten Wohneinheiten der Bedarf langfristig nicht gedeckt werden könne. Denn die über 60-jährige Bevölkerung wird in Österreich bis 2029 um circa 530.000 Personen wachsen. Der dadurch ansteigende Pflegebedarf könne aus volkswirtschaftlicher Sicht mittels betreuten Wohneinheiten sinnvoll abgefedert werden, erklärte Wolfgang Amann, Geschäftsführer vom Institut für Immobilien, Bauen und Wohnen GmbH. In einem Pflegeheim lägen die jährlichen Nettokosten für die Länder pro Person schließlich bei über 18.000 Euro. Alternative Wohnformen wie das Betreute Wohnen würden den Ländern dagegen pro Person etwa 7.000 Euro Nettokosten im Jahr verursachen, schilderte Amann.

Der derzeitige Fokus der Politik auf die pflegenden Angehörigen gehe langfristig gesehen in die falsche Richtung, sagte Walter Eichinger, Geschäftsführer der "Silver Living GmbH". "Es wird einfach immer weniger Kinder geben, die ihre Angehörigen pflegen könnten", meinte Eichinger. Was es hingegen laut dem Geschäftsführer brauche, sei eine Ausweitung der Förderprogramme für Betreutes Wohnen und eine leichtere Zugänglichkeit zu diesen. Zudem riet Eichinger dem Gesetzgeber zu einer starken Ausweitung der Förderungen für Umbauten und Modernisierungen, da viele Senioren in Wohnungen mit Barrieren leben würden. Den Investitionsbedarf für ein altersgerechtes Wohnen bis zum Jahr 2029 schätzte Eichinger auf rund 14,5 Milliarden Euro.

Auch eine im Auftrag der "Silver Living GmbH" erstellte repräsentative Studie zu den Einstellungen der österreichischen Bevölkerung zu "Leben und Wohnen im Alter" kommt zu dem Ergebnis, dass Handlungsbedarf für die Politik besteht. 58 Prozent der online sowie telefonisch Befragten meinten, Österreich wäre schlecht oder eher schlecht darauf vorbereitet, geeigneten Wohnraum für ältere Personen bereitzustellen. Der Aussage, dass sich die Politik nicht oder eher nicht ausreichend um das Leben im Alter kümmere, stimmten beinahe drei Viertel der Befragten zu.

Quelle: APAMED