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Datum: Montag, 3. September 2018

Artikel: CGM /Walter Zifferer

Bildinhalt: Symbolbild

Bildrechte: ClipDelaer / kunertus

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Dauerhafte "Sommerzeit"?

Die EU-Kommission will die zweimal jährlich stattfindende Zeitumstellung abschaffen. Das bestätigte die zuständige EU-Verkehrskommissarin Violeta Bulc kürzlich in Brüssel. Die Kommission werde einen entsprechenden Gesetzesvorschlag vorlegen. Über den Gesetzesvorschlag müssen dann die EU-Staaten und das Europaparlament entscheiden.  

"Das Ergebnis ist sehr klar: 84 Prozent wollen die Uhren nicht mehr umstellen," begründete Bulc die Abschaffung.

Die EU-Kommission erwartet jedoch noch kein Aus der Zeitumstellung im Frühjahr 2019. Der EU-Kommissionssprecher kündigte an, die EU-Kommission werde ihren Vorschlag "zur gegebenen Zeit" vorlegen.

Er wolle jetzt nicht spekulieren, was der Vorschlag im Detail vorsehe. Die Zeit festzulegen, sei eine souveräne Entscheidung der EU-Staaten. Bereits heute gebe es drei verschiedene Zeitzonen in der EU.  

Österreich liegt gemessen an der Bevölkerungsgröße, was die Beteiligung an der EU-Befragung zur Zeitumstellung betrifft, an zweiter Stelle hinter Deutschland. Die EU-Kommission veröffentlichte am Freitag die offiziellen Ergebnisse: Demnach nahmen in Deutschland 3,79 Prozent der Bevölkerung an der Umfrage teil, in Österreich 2,94. Schlusslicht ist Großbritannien mit nur 0,02 Prozent Beteiligung.  

Nur in Zypern und Griechenland sprachen sich Mehrheiten (53 und 56 Prozent) für die Beibehaltung der Zeitumstellung aus.

In Österreich ist eine Mehrheit von 77 Prozent für ein Ende der Zeitumstellung, in der gesamten EU sind es 84 Prozent. Die Bundesregierung ist indes für die dauerhafte Sommerzeit und das EU-weite Ende der Zeitumstellung.

Die Frage der Winterzeit stelle sich im Moment gar nicht, wurdekürzlich bei einer Pressekonferenz in Hongkong betont. Wirtschaftsministerin Margarete Schramböck (ÖVP) sagte, dass durch die Zeitumstellung keine Energieeinsparungen erfolgt seien. Daher solle sich die EU an den 60 Ländern orientieren, die bereits dauerhafte Sommerzeit haben.

Es macht wirklich nur Sinn, eine Zeit zu haben.

Die SPÖ-Delegationsleiterin im EU-Parlament, Evelyn Regner, begrüßte die Ankündigung der EU-Kommission.

Das unsägliche Zeitumstellen zweimal im Jahr ist nicht mehr zeitgemäß. Energiesparende Effekte sind ausgeblieben und auch für die Gesundheit von Mensch und Tier ist die Umstellung wenig förderlich.

Es gehe jetzt darum, eine Lösung mit allen EU-Staaten für eine einheitliche EU-Zeit zu verhandeln. "Was nicht passieren darf ist, dass in einigen Teilen Europas die Uhren nach der Sommerzeit, in anderen Teilen nach der Winterzeit ticken", betonte Regner.  

Die EU-Kommission hatte im Juli die Online-Umfrage von Bürgern, Unternehmen und Verbänden gestartet, um sich ein Bild zur Unterstützung oder Ablehnung der Regelung zu verschaffen. Das Europaparlament hatte im Februar eine Überprüfung durch die Kommission gefordert. Dabei wurde auch auf Studien verwiesen, wonach die Sommerzeit "negative Folgen für die Gesundheit der Menschen" haben könne.  

Die Sommerzeit wurde aus Gründen der Energieeinsparung 1980 in Österreich eingeführt. Eigentlich soll das Tageslicht besser genutzt und dadurch Energie gespart werden. Der tatsächliche Nutzen ist umstritten. Seit 2002 ist die Umstellung EU-weit einheitlich geregelt, um Probleme durch unterschiedliche Uhrzeiten im Gütertransport oder bei Flug- oder Bahnverbindungen zu vermeiden. Die Uhren werden dabei immer am letzten Sonntag im März vor und am letzten Sonntag im Oktober wieder zurückgestellt.  

Quelle: APAMED