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Datum: Montag, 4. Februar 2019

Artikel: CGM / Philipp Streinz

Bildinhalt: Schwangere mit Zigarette und Wein

Bildrechte: ClipDealer / SeanPrior

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Beratung zum Rauch- und Alkoholverzicht in der Schwangerschaft

Neue Leitfäden zeigen wie das Gespräch gelingt

Rauchverhalten und Alkoholkonsum sollen im Rahmen der Mutter-Kind-Pass-Untersuchung bei jeder Schwangeren abgefragt werden. Ärztinnen bzw. Ärzte und Hebammen haben oft zu wenig Zeit, um sich jeder einzelnen Schwangeren ausführlich widmen zu können. Auch bestehen bisweilen Hemmungen, das Thema anzusprechen. In manchen Fällen fehlt das Wissen zum aktuellen Stand der Forschung.

Fazit: Viele Schwangere sind über die Folgen des Zigaretten- und Alkoholkonsums oft nicht oder nur unzureichend informiert. Schätzungen gehen davon aus, dass jede fünfte Schwangere raucht und/oder gelegentlich Alkohol trinkt. Die Stadt Wien hat sich mit den Wiener Gesundheitszielen vorgenommen, diese Zahl massiv zu senken.

Kompletter Verzicht lautet die einzig richtige Empfehlung

"Das Thema im Rahmen der Anamnese wertfrei und offen anzusprechen, ist Ziel der neuen Gesprächsleitfäden zur Beratung schwangerer Frauen beim Rauch- und Alkoholverzicht.", sagt Kristina Hametner, Leiterin des Büros für Frauengesundheit und Gesundheitsziele. Die Leitfäden geben Anregungen für einen Gesprächseinstieg. Je nach Antwort der Schwangeren werden unterschiedliche Gesprächsverläufe beschrieben, sodass das Gesundheitspersonal gut auf die Situation eingehen kann. Ziel ist, dass Schwangeren der völlige Verzicht auf Alkohol und Zigaretten empfohlen wird. "Der Mythos, dass ein gelegentliches Glas Alkohol oder einige wenige Zigaretten täglich dem Ungeborenen nicht schaden, hält sich leider auch beim Gesundheitspersonal. Es ist wissenschaftlich unmöglich, eine garantiert risikofreie Konsummenge zu definieren. Der komplette Verzicht ist daher die einzig richtige Empfehlung.", führt Hametner aus.

Unterstützung durch das Rauchfrei Telefon und das Regionale Kompetenzzentrum

Die Gesprächsleitfäden richten sich an alle Berufsgruppen, die regelmäßig mit Schwangeren in Kontakt sind. Neben Gynäkologinnen bzw. Gynäkologen und Hebammen sind auch Sprechstundenhilfen in den Ordinationen und das Pflegepersonal in den Spitälern Ansprechpersonen für schwangere Frauen. Die Entwöhnung von Alkohol und Zigaretten zu begleiten braucht Zeit und kann nicht in ärztlichen Beratungsgesprächen abgedeckt werden. Kompetente Unterstützung bieten das Rauchfrei Telefon und das Regionale Kompetenzzentrum.

"Wir laden die Ärztinnen und Ärzte ein, ihre Patientinnen an uns zu vermitteln.", informiert Sophie Meingassner, Leiterin vom Rauchfrei Telefon. Frauen, die den Verzicht auf Alkohol alleine nicht schaffen, finden beim Regionalen Kompetenzzentrum Unterstützung.

Die Gesprächsleitfäden wurden vom Wiener Büro für Frauengesundheit und Gesundheitsziele in Kooperation mit einem interdisziplinär besetzten Fachbeirat im Konsens mit der Wiener Ärztekammer erstellt: Vertreten waren das Rauchfrei Telefon, Anton-Proksch-Institut, Sucht- und Drogenorganisation, MA 15 – Gesundheitsdienst der Stadt Wien, Frauengesundheitszentrum FEM Süd.

Die Gesprächsleitfäden stehen auf der Webseite des Wiener Programms für Frauengesundheit als Download zur Verfügung: http://www.frauengesundheit.wien.at/ 

Quelle: APAMED