medianet ÖAZ Philips QUALITAS ÖKZ MedAustron

Datum: Samstag, 24. August 2019

Artikel: CGM / Philipp Streinz

Bildinhalt: Symbolbild

Bildrechte: ClipDealer / cookelma

Dieser Artikel wurde 86 mal gelesen.

Archiv für die Medizin der Zukunft

Europäische Biobanken

Sammlungen von Proben wie u.a. Gewebe, Blut und Plasma - sind das Fundament der medizinischen Forschung. Von Graz aus wird die europäische Biobanken-Forschungsinfrastruktur BBMRI-ERIC aufgebaut und betreut. Digitalisierung spielt eine wesentliche Rolle, betonte Kurt Zatloukal, Direktor des österreichischen Knotenpunktes BBMRI.at und Infrastruktur-Initiator.

Biobanken sind für die Forschung unverzichtbar geworden: Sie sollen helfen, dass neue diagnostische Methoden und Therapien entwickelt und Krankheiten bereits anhand feiner molekularer Unterschiede diagnostiziert werden können. Durch die umfassende Analyse von Blut-, Gewebe- und anderen Proben von gesunden und kranken Menschen lässt sich das Wissen für eine solche Präzisionsmedizin erarbeiten, erklärte der Grazer Pathologe. Das funktioniert aber nur dann, wenn die bereitgestellten Proben von einheitlich hoher Qualität sind und Forscher einen guten Zugang auf ausreichend große Probenzahlen haben, wie Zatloukal hervorhob.

Der Pathologe hat sich seit mehr als einem Jahrzehnt darum bemüht, dass die über ganz Europa verteilten Sammlungen von biologischem Material - die sogenannten Biobanken - zu einer einzigen virtuellen Biobank zusammengeführt werden. Parallel dazu werden nun Technologien und Standards entwickelt. Angesiedelt sind die "Europäische Forschungsinfrastruktur für Biobanken und biomolekulare Ressourcen" (BBMRI-ERIC) und der seit fünf Jahren bestehende Österreich-Knotenpunkt BBMRI.at im "Zentrum für Wissens- und Technologietransfer in der Medizin" (ZWT) in Graz.

Dort ist auch die Biobank Graz der Med-Uni Graz untergebracht. Mit mehr als 20 Millionen menschlicher Proben sowie dazugehörenden klinischen Daten zählt sie zu einer der größten Europas. Die seit etwa drei Jahrzehnten gesammelten Bioproben werden etwa in Paraffin eingebettet oder in flüssigem Stickstoff bei minus 196 Grad Celsius aufbewahrt. "Wir sammeln für die Zukunft der biomedizinischen Forschung", so Zatloukal. Datenschutz und -sicherheit spielen bei dieser Entwicklung eine besonders wichtige Rolle. Proben und Daten werden von der Biobank Graz vor der Übergabe an die Forscher daher anonymisiert, so dass kein Rückschluss auf den einzelnen Spender möglich ist.

Quelle: APAMED