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Datum: Montag, 18. Juni 2018

Artikel: CGM / Philipp Streinz

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Arbeitszeit

Ärzte warnen vor Dauer- und Zwangsmehrbelastung

Angesichts der Regierungspläne zur Arbeitszeitflexibilisierung mahnen Ärzte zur Vorsicht. Man müsse darauf achten, dass die Stundenbelastung für die Arbeitnehmer nicht wesentlich mehr werde, so Ärztekammer-Präsident Thomas Szekeres. Studien zeigten, dass mehr Arbeitsstunden Nachteile für die Gesundheit bedeuteten.

Welche Auswirkungen es geben könne, zeige ein Blick in die Fachliteratur, sagte Szekeres. Sie reichen von Herz-Kreislauf-Erkrankungen, insbesondere Schlaganfälle, bis zu häufigeren Diabetesfällen: "Insgesamt kann man aber sagen: Je mehr, umso nachteiliger." Bei den Spitalsärzten sei die Wochenstundenreduktion von 60 auf höchstens 48 jedenfalls sehr positiv angenommen worden.

Dennoch habe die Ärztekammer "keine Position" zu dem Regierungsvorhaben bezüglich Zwölf-Stunden-Tag und 60-Stunden-Woche. "Punktuell wird es verschmerzbar sei", so der Kammerpräsident: "Es hängt davon ab, wie das umgesetzt wird."

Verständnis für Arbeitnehmerproteste zeigte der Standespolitiker mit SPÖ-Wurzeln aber schon, falls es um einseitige Pflichtmaßnahmen gehe. Wichtig sei der Konsens, und er verstehe nicht, warum man nun die Betriebsräte draußen haben wolle, so Szekeres.

Der Sport- und Arbeitsmediziner Piero Lercher plädierte zur Differenzierung. Es gebe Menschen, vor allem junge, die gerne länger arbeiten wollten und dazu auch in der Lage seien. "Schlecht ist es tatsächlich, wenn ich dazu gezwungen werde und die Leistung nicht bringen kann", meinte er.

Neben dem Alter hänge es von der Tätigkeit ab, also ob es sich um monotone bzw. schwere körperliche Arbeit handle oder nicht. Sein Fazit: "Es muss auf jeden Fall eine Art Opt-in/Opt-out-Geschichte sein, kein Muss." Wer länger arbeite, solle jedenfalls regelmäßig ärztlich betreut werden, meinte Lercher. Mit der richtigen Lebensweise, vor allem durch gesunde Ernährung und ein moderates Ausdauertraining, könne die Leistungsfähigkeit auch im fortschreitenden Alter hoch bleiben.

Quelle: APAMED