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Datum: Donnerstag, 24. August 2017

Artikel: CGM / Walter Zifferer

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App und Faktenbox

Möglichst ausgewogene und auf gesicherten wissenschaftlichen Erkenntnissen beruhende Gesundheitsinformationen will der Hauptverband der Sozialversicherungsträger bereitstellen. Bei den Alpbacher Gesundheitsgesprächen wurden eine Faktenbox (www.hauptverband.at/faktenbox) und eine Smartphone-App (www.medbusters.at) präsentiert.

"Wir treffen am Tag bis zu hundert gesundheitsbezogene Entscheidungen. Das Gesundheitswissen ist aber nicht gleichmäßig über die Bevölkerung verteilt"

Dr. Pamela Rendi-Wagner
Bundesministerin für Gesundheit und Frauen

Im Falle von nur via Suchmaschinen durchgeführten Internet-Abfragen erhalte man bei weitem nicht immer die zweckmäßigsten und seriösesten Informationen für gesundheitliche Fragen. Hauptverbandchef Dr. Alexander Biach zitierte Daten aus einer vor einigen Jahren in Österreich erfolgten Umfrage zur Gesundheitskompetenz ("Health Literacy") der Österreicher:

22% finden es schwer, ihren Arzt zu verstehen. 59% der Menschen finden es schwierig, zu beurteilen, ob eine (Gesundheits-)Information in den Medien vertrauenswürdig ist. Wir haben ein Orientierungsproblem.

Dr. Biach betonte auch, dass das direkte Auswirkungen auf die finanziellen Belastungen im Gesundheitssystem hätte. Das Ansteuern der falschen oder teuersten Anlaufstellen im Gesundheitssystem verursache beispielsweise auch viele Spitalsaufenthalte und zugleich hohe Kosten. Neben dem Gesundheitsportal des Gesundheitsministeriums (https://www.gesundheit.gv.at/) und den aktuellen Pilotversuchen mit der telefonischen Gesundheitsberatung rund um die Uhr in drei Bundesländern (Tel.: 1450; kostenfrei) will jetzt der Hauptverband der Sozialversicherungsträger mit deutschen und österreichischen Partnern in Sachen Gesundheitsinformation sprichwörtlich Fakten statt Mythen darstellen.

Vom Bundesverband der deutschen AOK-Krankenkassen werden sukzessive Inhalte von "Faktenboxen" übernommen und primär ins Internet gestellt.

Ein Beispiel: In einfacher und grafisch unterstützter Weise wird auf der Basis von wissenschaftlichen Studien (aus den Jahren 2001 und 2009) die Frage beantwortet: "Sollte ich meinen Rücken bei Schmerzen röntgen lassen?" Die klare Antwort lautet: Röntgen (oder gar modernere bildgebende Verfahren wie MR, CT) haben bei einfachen Rückenschmerzen natürlich keinen Effekt auf die Symptome - auch nicht auf deren Dauer. Wohl aber kann bei Verdacht auf gefährlichere Ursachen eine solche Untersuchung gerechtfertigt sein. Das gilt aber für diagnostische Spezialfälle.

Das zweite "Medium" ist eine Smartphone-Gesundheits-App, die "Medbusters", an der das deutsche Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) mit seinen Informationen, das Cochrane-Zentrum an der Donau-Universität in Krems und die Sozialversicherung beteiligt sind. Mit der App soll der Interessierte zu fundierten wissenschaftlichen Gesundheitsinformationen ohne primär dahinterliegende sonstige Interessen geleitet werden. Die Applikation gibt es auch abrufbar via den App Store und Google Play.