medianet ÖAZ Philips QUALITAS ÖKZ MedAustron

Datum: Montag, 10. Oktober 2016

Artikel: CGM / Philipp Streinz

Bildinhalt: Symbolbild

Bildrechte: ClipDealer / Sammy07

Dieser Artikel wurde 1406 mal gelesen.

Alte Menschen bekommen zu viele Medikamente

Ältere, chronisch und mehrfach erkrankte Menschen kommen häufig mit der Vielzahl ihrer Medikamente nicht zurecht. Dies kann zu einem üblen Cocktail führen - mit tödlichem Ausgang.

Jeder vierte über 65-Jährige in Deutschland schluckt nach Angaben der Deutschen Stiftung Patientenschutz zu viele Medikamente.

Und das Risiko verdoppelt sich mit der Pflegebedürftigkeit. Bei den 764.000 Pflegeheimbewohnern gehört der schädliche Medikamentencocktail zum Alltag.

Eugen Brysch
Stiftungsvorstand

Seit 1. Oktober 2016 hat jeder gesetzlich versicherte Patient in Deutschland, der drei oder mehr Arzneimittel einnehmen muss, Anspruch auf einen Medikationsplan durch einen Arzt oder Apotheker. Darin werden alle seine Arzneimittel mit Dosierungs- und Einnahmehinweisen übersichtlich und verständlich dokumentiert.

Brysch sagte weiter: "Fünf Medikamente gleichzeitig eingenommen, hilft oft nicht, sondern macht krank." Ein Cocktail mit mehreren Medikamenten könne sogar giftig wirken und zum Tode führen. Laut Gesundheitsministerium sind schätzungsweise rund 250 000 Klinikeinweisungen jährlich auf vermeidbare Medikationsfehler zurückzuführen.

Erstellung und Aktualisierung des Medikationsplans sollen durch den Arzt erfolgen, der den Patienten schwerpunktmäßig betreut. Das sind in der Regel Hausärzte. Bei Patienten, die keinen Hausarzt haben, muss diese Planung der Facharzt übernehmen. Apotheker sind den Angaben zufolge von Anfang an miteinbezogen und verpflichtet, den Plan auf Wunsch des Patienten zu aktualisieren, wenn sich die Medikation ändert.

Zunächst wird der Medikationsplan auf Papier ausgestellt. Von 2018 an soll er zusätzlich auch auf der elektronischen Gesundheits­karte gespeichert werden.