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Datum: Freitag, 31. März 2017

Artikel: CGM / Philipp Streinz

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Alkoholkonsum:

Starke Unterschiede zwischen Nord- und Südeuropäern

Cheers, Sante, Skal und Prost: Die Trinkkulturen in Europa sind ähnlich unterschiedlich wie die Trinksprüche. Im Norden wird seltener, aber exzessiv getrunken, während im Süden häufiger getrunken wird, aber meist nur geringe Mengen. Österreich liegt in Bezug auf Trinkfrequenz und Konsumintensität jeweils zwischen diesen beiden Extremen, lautet das Ergebnis eines inter­nationalen Forschungsprojekts.

Die überwiegende Mehrheit der Befragten in 19 europäischen Ländern konsumiert der Studie zufolge Alkohol in einem moderaten Maß. In Bezug auf Alkoholkonsum im Allgemeinen zeigen sich in den meisten Ländern demnach nur sehr geringe Unterschiede zwischen Männern und Frauen - tendenziell sind Geschlechterunterschiede in südeuropäischen Ländern größer als in nord­euro­päischen. Exzessivere Konsumformen wie etwa Rauscherfahrungen kommen hingegen bei Männern deutlich häufiger vor als bei Frauen. In Ländern wie Frankreich, Rumänien, Griechenland oder Kroatien berichten Männer viermal so häufig von Rausch­erfahrungen wie Frauen, in Österreich etwa doppelt so häufig.

Ein Schwerpunkt der internationalen Alkoholforschung liegt derzeit auf dem Thema "Harm from Others Drinking". Damit ist gemeint, dass übermäßiger Alkoholkonsum nicht nur Probleme für die Konsumierenden selbst verursacht, sondern dass dadurch auch negative Auswirkungen im sozialen Umfeld begünstigt werden. Der europäische Ländervergleich zeigt, dass gravierende negative Auswirkungen durch Alkoholkonsum anderer Personen in Ländern, wo er stark in den kulturellen Kontext eingebettet ist - wie etwa in Spanien, Portugal oder auch in Österreich - vergleichsweise selten berichtet werden, während Probleme wie nächtliche Ruhe­störung durch betrunkene Passanten in osteuropäischen und baltischen Staaten verhältnismäßig oft angegeben werden.

Maßnahmen gegen Alkoholkonsum bei gefährlichen Tätigkeiten - wie etwa Kontrollen im Straßenverkehr - wurden der Studie zufolge länderübergreifend von vielen Befragten begrüßt. Einschneidende Maßnahmen zur massiven Reduktion der Alkoholverfügbarkeit wie Steuererhöhungen, deutliche Einschränkung von Verkaufs- bzw. Ausschankmöglichkeiten, stark eingeschränkte Öffnungszeiten finden hingegen nur in manchen Ländern deutliche Zustimmung. In Österreich - wie z. B. auch in Portugal, Spanien, Litauen, Polen und Bulgarien - sind derartige Kontrollmaßnahmen vergleichsweise unpopulär.

An dem vom Gesundheitsministerium und der Europäischen Kommission unterstützten Forschungsprojekt RARHA (Joint Action on Reducing Alcohol Related Harm) haben Forscher aus 19 europäischen Ländern teilgenommen. In einem ersten Schritt wurde ein standardisierter Fragebogen entwickelt, der anschließend in allen 19 Ländern zum Einsatz kam, wobei insgesamt 32.000 Menschen zwischen 15 und 64 Jahren befragt wurden. In Österreich wurden knapp 3.500 Menschen befragt.

Quelle: APAMED