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Datum: Dienstag, 13. März 2018

Artikel: CGM / Walter Zifferer

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Ab Alter von 13 keine Neubildung von Nervenzellen im Gehirn

Eine kürzlich veröffentlichte Wissenschaftsstudie widerspricht der gängigen Annahme, wonach im menschlichen Gehirn noch im Erwachsenenalter Nervenzellen neu gebildet werden.

US-Forscher fanden bei ihren Untersuchungen keine Hinweise darauf, dass im sogenannten Hippocampus tief im Innern des Gehirns nach dem Alter von 13 Jahren noch neue Zellen entstehen.

In einem Kommentar zu der im Fachmagazin "Nature" erschienenen Studie zeigt sich der Hirnforscher Jason Snyder von der University of British Columbia überzeugt, dass die "ernüchternden" Erkenntnisse eine wissenschaftliche Kontroverse auslösen werden. Einer der Koautoren der Studie, Arturo Alvarez-Buylla von der University of California in San Francisco,berichtete, die Forscher hätten Gewebeproben von 59 Erwachsenen und Kindern untersucht. Bei Menschen im Alter von mehr als 18 Jahren hätten sie keine Spur von jungen Neuronen oder sich teilenden Vorläuferzellen für neue Neuronen gefunden. Nur bei Säuglingen und Kindern bis zu einem Jahr seien sie vorgekommen und wenige bei einem sieben und einem 13 Jahre alten Kind.

Die Forscher schlussfolgern, dass der Hippocampus beim Menschen zu einem großen Teil bei der Entwicklung des Gehirns beim Fötus entsteht. Snyder schreibt in seinem Kommentar, bisher habe es einen Konsens gegeben, wonach die adulte Neurogenese, also die Nervenzellneubildung im Alter, bei Menschen wie bei Tieren im Hippocampus stattfinde. Doch die Autoren der neuen Studie halten es für möglich, dass sich ihre Vorläufer irrten, als sie meinten, neue Nervenzellen vom Hippocampus entdeckt zu haben. Denn die Proteine zur Markierung der Zellen funktioniere bei Menschen anders als bei Nagetieren oder Affen. Der Hippocampus wird bei Menschen auch in Zusammenhang mit Gemütszuständen, Stress und neurologischen Erkrankungen gebracht.

Quelle: APAMED