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Datum: Donnerstag, 28. Mai 2015

Artikel: CGM / Walter Zifferer

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3D-Drucker produziert Titanimplantan

Einsatz bei Schäden an Halswirbelsäule - Weltpremiere in Deutschland

Zum ersten Mal weltweit ist eine deutsche Patientin mit degenerativen Problemen an der Halswirbelsäule mit einem anatomisch angepassten, 3D-gedruckten Titanimplantat versorgt worden. Das gab Uwe Spetzger, Direktor der Neurochirurgie am Klinikum Karlsruhe und Präsident der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Neurochirurgie in Karlsruhe bekannt.

Der deutsche Implantathersteller EIT Emerging Implant Technologies aus Tuttlingen (Baden-Württemberg) hat ein Produktions­verfahren ent­wickelt, das die 3D-netzartige poröse Struktur des menschlichen Knochens nachzuahmen vermag. Die gitterartigen Verbindungen im Knochen richten sich nach der notwendigen Belastbarkeit aus und sparen dabei Gewicht ein. In das Titan-Implantat sollen schließlich körpereigene Knochenzellen einwandern. Die spezielle patientenspezifische, anatomische Anpassung des jeweiligen Implants erlaubt eine Maximierung der Kontaktfläche zwischen Implantat und Knochen.

Nach Angaben des Herstellers soll die Technik in zwei bid drei Jahren so weit entwickelt sein, dass individuell auf den einzelnen Patienten angepasste Implantate zu einem adäquaten Preis hergestellt werden können.

Die Individualisierung wird bessere Implantate liefern, die Operationen sicherer machen und die klinischen Ergebnisse verbessern. Damit werden Reoperationsraten reduziert, die im Bereich der Wirbelsäule höher sind als beispielsweise in der Hüft- oder Knieendoprothetik.

Stephanie Eisen
EIT-Geschäftsführerin

Wir sind fasziniert von der Kombination von computergestütztem Design und Planung mit der Technologie des 3D-Drucks von Metallen. Die Zukunft der patientenspezifischen Implantate hat begonnen.

Uwe Spetzger
Neurochirurg

Quelle: APA-MED