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Datum: Montag, 14. August 2017

Artikel: CGM / Philipp Streinz

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3.600 Tonnen Eier aus Niederlanden

Der Skandal um mit Fipronil belastete niederländische und belgische Eier, die auch in andere Länder geliefert wurden, zieht immer weitere Kreise. Aus den Niederlanden wurden 2016 rund 3.588 Tonnen Eier (in der Schale frisch, gekocht, haltbar) nach Österreich geliefert, teilte die Statistik Austria auf APA-Anfrage mit. Aus Deutschland wurden 7.678 Tonnen und aus Polen 3.719 Tonnen importiert.

Österreich führte im vergangenen Jahr gar keine Eier aus Belgien ein. Insgesamt wurden 2016 rund 21.600 Tonnen Eier ins Land gebracht. Österreich importiert aber verhältnismäßig wenige Eier und Eiprodukte. Rund 84 Prozent des Inlandsverbrauchs können mit heimischer Produktion gedeckt werden. Zuletzt lag die österreichische Eierproduktion bei rund 111.000 Tonnen.

Am Donnerstag sind in Österreich erstmals importierte Eier identifiziert worden, die mit dem Insektizid Fipronil belastet sein dürften. Zwei oberösterreichische Großhändler haben gekochte und geschälte Eier aus den Niederlanden an heimische Gastronomen verkauft.

Die jährliche Eierproduktion in Österreich liegt laut Zentrale Arbeitsgemeinschaft der Österreichischen Geflügelwirtschaft (ZAG) bei rund 1,8 Mrd. Stück, der gesamte österreichische Konsum bei rund 2 Mrd. Stück. Von den 6,5 Millionen Legehennenplätzen entfallen elf Prozent auf biologische Erzeugung, 21 Prozent auf Freilandhaltung und 66 Prozent auf Bodenhaltung. Der Pro-Kopf-Verbrauch (inklusive verarbeitete Produkte mit Ei) beläuft sich in Österreich auf 235 Eier oder 14,5 Kilogramm. Die Wertschöpfung der Eierwirtschaft beziffert die ZAG mit rund 240 Mio. Euro.

Rund 4.800 Tonnen Vogeleier ohne Schale, Eigelb frisch oder getrocknet, importierte Österreich im Jahr 2016, davon 2.577 Tonnen aus Deutschland und 753 Tonnen aus den Niederlanden sowie 120 Tonnen aus Belgien.

Eipackstellen mit AMA-Gütesiegel, AMA-Biosiegel oder "Tierschutz geprüft" nehmen an der österreichische Eierdatenbank teil und ermöglichen eine lückenlose Nachvollziehbarkeit. Für in der Nahrungsmittelindustrie verwendete Eiprodukte gibt es aber in der Europäischen Union keine Herkunftskennzeichnung. Die Landwirtschaftskammer fordert seit Langem hierzulande eine Eier-Kennzeichnung in der Gastronomie und bei verarbeiteten Produkten.

 

Quelle: APAMED