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Synchronizing Healthcare

Wir wollen’s wissen: Wissensmanagement in den Geriatrischen Gesundheitszentren

Wissen rasch abrufen, die Informationsflut kanalisieren, Fachkräfte optimal einsetzen und Wissensverluste vermeiden: Diesen Herausforderungen stellen sich immer mehr Einrichtungen im Gesundheitswesen durch gezieltes Wissensmanagement.

29. November 2019
Kerstin Löffler
SCHAFFLER VERLAG, QUALITAS: 03/19
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Bildinhalt: Wissen

Bildrechte: ClipDealer / macgyverhh

Aber kann man Wissen überhaupt managen? Und wie kann das in einer Gesundheitseinrichtung gelingen? Diese Fragen thematisieren wir im Rahmen eines dreijährigen Wissensmanagement-Projektes. Seit Jahren betreiben wir Wissensmanagement. Nun ist es Zeit, Bilanz zu ziehen und die bestehenden Strukturen weiterzuentwickeln.

Der Großteil des Wissens entsteht – meist durch Erfahrung – individuell im Menschen: das sogenannte implizite Wissen. Individuelle Erfahrungen lassen sich allerdings schwer weitergeben, denn ohne Kontext verliert das Wissen schnell an Relevanz. Die Entwicklung von Kompetenzen nach Noel Burch (siehe Abbildung unten) erklärt diesen Zusammenhang gut.

Berufseinsteiger und Auszubildende verfügen über unbewusste Inkompetenzen, die sich durch erste Erfahrungen zur bewussten Inkompetenz wandeln. Durch Lernen entwickelt sich nach und nach eine bewusste Kompetenz und schlussendlich durch langjährige Erfahrung eine unbewusste Kompetenz: das sogenannte Expertenwissen. Insbesondere bei wenig Zeit für Entscheidungen (z.B. bei Notfällen) gelten unbewusste Kompetenzen als sehr wertvoll.

Somit ist erkennbar, dass sich Wissen schwer niederschreiben, teilen und noch schwerer managen lässt. (Hasebrook, 2019). Vielmehr ist es von Bedeutung, Wissensräume zu schaffen, in denen Mitarbeiter Erfahrungen machen können und in Austausch miteinander kommen.

Das steht als klares Ziel auch im Fokus unseres Projekts. Intensiv diskutierten bei der diesjährigen Führungskräftekonferenz des Unternehmens ca. 80 leitende Mitarbeiter das Thema „Wissen“ als Erfolgsfaktor. Wissensmanagement soll eine Hilfestellung bieten, um Wissen auszutauschen, aber nicht zusätzlich belasten.

Kerstin Löffler, MA

Stufen des Lernens nach Noel Burch, eigene Darstellung in Anlehnung an Gordon Training.

Das A und O: Persönlicher Austausch

Wir konzentrieren uns verstärkt darauf, mehr Zeit und Raum für den persönlichen Austausch zu schaffen. Gespräche ermöglichen Erfahrungsaustausch und Lernen voneinander. Mikroschulungen werden ausgebaut, bestehende Besprechungen auf ihre Effektivität hin überprüft.

Unterstützung: Das Mitarbeiterportal

Auch im Bereich der elektronischen Weitergabe von Wissen setzen wir an. Am Mitarbeiterportal entsteht eine Übersicht, die bestehende elektronische Wissensmanagement-Instrumente besser bündelt und verknüpft. Eine intelligente Suchfunktion unterstützt die Kollegen darüber hinaus dabei, sich besser zurechtzufinden. Wissensmanagement wird als eine Querschnittsaufgabe aller Funktionsbereiche des Unternehmens gesehen. Alle Bereiche müssen ineinandergreifen, damit Wissensmanagement nicht nur umgesetzt, sondern auch gelebt wird. (Probst, et. al., 2012, S. 281ff) Schlussendlich ist alles also eine Frage der Unternehmenskultur.

Literaturverzeichnis:

1

Gordon Training: Stufen des Lernens nach NoelBurch. Internet: https://www.gordontraining.com/free-workplace-articles/learning-a-new-skill-iseasier-said-than-done/ Zugriff: 10.07.2019

2

Hasebrook J (2019): Wissensmanagement im klinischen Alltag, Workshop der Grazer Geriatrischen Zentren (GGZ) am 10.05.2019. Internet: https://www.researchgate.net/publication/333023607_Wissensmanagement_im_klinischen_Alltag_Workshop_der_Grazer_Geriatrischen_Zentren_GGZ Zugriff: 29.8.2019

3

Probst G, Raub S, Romhardt K (2012): Wissen managen: Wie Unternehmen ihre wertvollste Ressource optimal nutzen können. Wiesbaden. Springer Gabler.

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