Close

Synchronizing Healthcare

WHO unter Zugzwang

US-Präsident Donald Trump hat der Weltgesundheitsorganisation (WHO) mit einem endgültigen Zahlungsstopp gedroht. Sollte sich die WHO binnen 30 Tagen nicht zu "wesentlichen Verbesserungen" verpflichten, werde er zudem die Mitgliedschaft der USA in der Organisation überdenken, heißt es in einem Schreiben an WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus, das Trump am Montagabend auf Twitter veröffentlichte.

 

20. Mai 2020
Walter Zifferer (CGM)
APAMED
Dieser Artkel wurde 26 mal gelesen.

Bildinhalt: Symbolbild

Bildrechte: ClipDealer / kinwun

Kurz zuvor bezeichnete Trump die WHO als "Marionette" Chinas. China für seinen Teil sollte für die Ausbreitung des Coronavirus zur Rechenschaft gezogen werden. Das Land habe der Welt schwer geschadet, indem die Ausbreitung des Virus nicht gestoppt worden sei. "Die ganze Welt wurde infiziert." Trump wirft der WHO seit Wochen "Missmanagement" in der Coronakrise sowie Einseitigkeit zugunsten Chinas vor.

Die USA sind der größte Beitragszahler der WHO

Die US-Zahlungen an die UNO-Unterorganisation belaufen sich laut Trump auf rund 450 Millionen Dollar (412 Millionen Euro) jährlich.

Digitale Jahrestagung der WHO-Mitgliedstaaten

In der Jahrestagung der WHO-Mitgliedstaaten, die anlassbezogen wegen der Pandemie per digitaler Kommunikation abgehalten wird, griffen die USA die Organisation frontal an. Die Mitgliedstaaten haben in der Folge eine unabhängige Untersuchung der WHO-Reaktion auf die Coronavirus-Pandemie beschlossen. Bei der Jahrestagung stimmten die Teilnehmer demnach am Dienstag für eine Resolution, in der eine "unparteiische, unabhängige und umfassende Evaluierung" der weltweiten Reaktion gefordert wird. Gegenstand der Untersuchung soll demnach auch die Reaktion der WHO selbst und deren zeitlicher Ablauf sein. Die Resolution fordert auch, mögliche Impfstoffe und Arzneimittel gegen das neuartige Coronavirus für alle Länder verfügbar zu machen.

Der WHO war in den vergangenen Wochen von verschiedenen Seiten vorgeworfen worden, zu spät auf das Auftreten des neuartigen Coronavirus in China reagiert zu haben. Insbesondere US-Präsident Donald Trump wirft der WHO "Missmanagement" in der Corona-Krise und Einseitigkeit zugunsten Chinas vor. WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus hatte seine Organisation am Montag noch gegen die Kritik in Schutz genommen. Die WHO habe nach dem Auftreten des Virus "früh Alarm geschlagen", sagte Tedros vor der Weltgesundheitsversammlung (WHA). Zugleich kündigte er an, "zum frühesten geeigneten Zeitpunkt" eine unabhängige Untersuchung der weltweiten Reaktion auf die Pandemie in Auftrag zu geben. Ziel der Untersuchung solle es sein, Lehren aus der Pandemie zu ziehen und Empfehlungen zu geben, um die Welt und die einzelnen Staaten besser gegen künftige Pandemien zu rüsten, sagte der WHO-Generaldirektor.

In der Resolution zur Coronavirus-Pandemie, die nicht bindend ist und kein Land namentlich nennt, fordern die WHO-Mitgliedstaaten neben einer unabhängigen Untersuchung hinsichtlich Trumps Vorwürfen insbesondere auch eine gemeinsame Antwort auf die Pandemie. Die Länder sollen dabei vor allem sicherstellen, mögliche Impfstoffe und Arzneimittel "transparent, gerecht und rechtzeitig" für alle verfügbar zu machen.

Über die WHO

Die Weltgesundheitsorganisation (englisch World Health Organization, WHO) ist die Koordinationsbehörde der Vereinten Nationen für das internationale öffentliche Gesundheitswesen. Es handelt sich dabei um eine Sonderorganisation der Vereinten Nationen mit Sitz in Genf. Sie wurde am 7. April 1948 gegründet und zählt heute 194 Mitgliedsstaaten. Sie wird seit Juli 2017 von Tedros Adhanom Ghebreyesus geleitet. Die Verfassung der Weltgesundheitsorganisation legt fest, dass ihr Ziel die Verwirklichung des bestmöglichen Gesundheitsniveaus bei allen Menschen ist. Ihre Hauptaufgabe ist die Bekämpfung der Erkrankungen, mit besonderem Schwerpunkt auf Infektionskrankheiten, sowie Förderung der allgemeinen Gesundheit der Menschen weltweit.

Explizite Aufgaben der WHO,...

  • die weltweite Koordination von nationalen und internationalen Aktivitäten beim Kampf gegen übertragbare Krankheiten wie beispielsweise Aids, Malaria, SARS, Influenza, COVID-19
  • Lancierung globaler Impfprogramme, auch zur Vorbeugung vor Pandemien
  • Programme gegen gesundheitliche Risikofaktoren wie Rauchen oder Übergewicht
  • Regelmäßige Erhebung und Analyse weltweiter Gesundheits- und Krankheitsdaten
  • Unterstützung beim Aufbau von möglichst wirksamen und kostengünstigen Gesundheitssystemen in Entwicklungsländern
ITU Pictures

Bildinhalt: Tedros Adhanom Ghebreyesus,Genraldirektor der WHO

Bildrechte: ITU Pictures

Diese Website verwendet Cookies.
Mehr erfahrenOK