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The Spirit of CGM

Vernetzung ist der Schlüssel

Ein Interview mit Willibald Salomon, General Manager CGM Clinical Österreich

24. November 2019
Walter Zifferer / CGM
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Bildinhalt: Willibald Salomon, Geschäftsführer CGM Clinical Österreich GmbH

Bildrechte: CGM

Herr Salomon, Sie sind nun seit 2006 als General Manager von CGM Clinical Österreich ein wichtiger Teil der internationalen Erfolgsgeschichte von CompuGroup Medical. Damals kaufte der CGM-Konzern den führenden Hersteller von Krankenhausinformationssystemen (KIS) in Österreich - mit dem klaren Ziel, neben der Marktführerschaft im Bereich Arztinformationssysteme auch im Klinikumfeld zu einem Top-Player im europäischen eHealth-Markt zu werden. Woher kommt eigentlich diese stark ausgeprägte KIS-Kompetenz in Ihrem Unternehmen? Wie hat sich diese Spezialisierung denn historisch entwickelt?

 

Willibald Salomon: „1972 gründeten in Steyr (Oberösterreich) drei Schulprofessoren ein Unternehmen für IT-Lösungen – mit dem Ziel, Unternehmen in der starken Wirtschaftsregion rund um Steyr mit Business-Software auszustatten. In der Regel wurde damals noch mit Lochkarten gearbeitet. Die drei Gründer hatten allerdings von Beginn an Softwareprogramme entwickelt, die auf Mehrplatz-Computern einsatzbar waren. So entstand damals gewissermaßen die Keimzelle für die heutige intensive Vernetzung von Arztpraxen, Krankenhäusern, Laboren, Apotheken und weiteren Gesundheitseinrichtungen, wie CGM diese heute lebt. Zum Fokus auf das Gesundheitswesen ist unser Unternehmen anfänglich allerdings eher durch Zufall gekommen. Uns hat damals ein junger Spitalsdirektor angesprochen, der in Deutschland vom Nutzen des Einsatzes von Mehrplatz-Computern sehr angetan war. Wir verstanden zwar nicht mehr von den Abläufen in den Spitälern oder vom Gesundheitswesen als Jedermann sonst, aber wir waren leidenschaftliche Programmierer - ausgestattet mit großer Neugierde und mit Tatendrang. So haben wir begonnen, ein KIS zu entwickeln, das bereits nach zwei Jahren an gleich fünf Krankenhäuser verkauft werden konnte. In der Folge entwickelte sich das Unternehmen kontinuierlich zum größten spezialisierten Anbieter medizinischer Software in Österreich: Aufträge für große Spitalsgruppen folgten. Nach dem Kauf des Unternehmen 2006 durch CGM wurde die aus meiner Sicht sehr vernünftige Entscheidung in unserer Konzernspitze getroffen, die Einheit als weitgehend eigenständiges Unternehmen im Sinne eines Kompetenzzentrums zur Entwicklung einer international einsetzbaren klinischen KIS-Suite fortzuführen. Wir haben - nach Jahren der intensiven Entwicklung und Optimierung – unser KIS namens CGM CLINICAL (G3-Technologie) am internationalen Markt und wir haben hier einen enorm wichtigen Zeitvorsprung auf unseren internationalen Mitbewerb.“

 

Wie hebt sich denn unser modernes KIS der neuesten Softwaregeneration von älteren Lösungen ab?

„Heute werden Krankenhäuser mit ausgereiften IT-Systemen versorgt, die den Patienten von dessen Erstaufnahme bis zu seiner Entlassung begleiten. Dabei unterstützt unsere CGM CLINICAL Suite im Hintergrund sämtliche relevanten Tätigkeiten von Ärzten, Pflegepersonal und Administrationskräften, um einerseits deren Arbeitsalltag zu erleichtern und gleichzeitig die Qualität der Patientenbehandlung und -betreuung zu erhöhen. Waren es früher insbesondere Werkzeuge zur Dokumentation von Leistungen und deren Abrechnungen, so sind es heute insbesondere intelligente Steuerungstools, welche die Softwareanwender kontextsensitiv führen und sie so aktiv bei deren Tätigkeiten unterstützen. Entscheidend ist neben einer konsequenten Prozessorientierung, die Abteilungsgrenzen im Krankenhaus völlig ausblendet, insbesondere die enge Vernetzung von ambulanten und stationären Gesundheitseinrichtungen. Wo bislang Gräben zwischen den einzelnen Professionen und Institutionen klafften, ermöglichen heute moderne Technologien eine sichere gemeinsame Nutzung von Informationen, die erhebliche Werte für Patienten bringen.“

 

Und welche Vorteile ergeben sich durch die engere Zusammenarbeit der Leistungserbringer konkret?

„´Niemand soll leiden oder gar sterben, nur weil einmal irgendwann, irgendwo eine medizinische Information fehlt´, ist ein inzwischen bekanntes Zitat unseres CEO, Frank Gotthardt. Dieser Vision folgend ist es unser Ziel, Patienten über deren gesamten Genesungsprozess mit CGM-Software zu begleiten. Wir wollen mit möglichst geringem Zeitaufwand die bestmögliche gesundheitliche Patientenversorgung sicherzustellen. Dies unterscheidet uns ganz deutlich von unseren Mitbewerbern, die sich durchwegs auf Subbereiche des Gesundheitswesens spezialisiert haben. Unser Ansatz bringt auch den einzelnen Gesundheitsinstitutionen deutliche Mehrwerte. Denn eine Prozessoptimierung entlang der gesamten Versorgungskette führt zu massiven Zeiteinsparungen, vermeidet unnötige Mehrfacherfassungen und erhöht insgesamt die Qualität der Informationen für alle Beteiligten – und: Die zielgerichtete Zusammenarbeit aller am Gesundheitssystem aktiv beteiligter lässt eine völlig neue Qualität in der Nutzung von medizinischem Wissen entstehen, es entsteht eine Wissensspirale, von der die Behandler und die Patienten gleichermaßen profitieren.“

 

Das klingt ja vielversprechend! Was sind aus Ihrer Sicht die entscheidenden Erfolgsfaktoren rund um CGM CLINICAL?

„Die Rahmenbedingungen für den Erfolg unserer CGM CLINICAL Suite sind grundsätzlich zweischneidig. Die zunehmende Vernetzung, die steigende Bedeutung der Digitalisierung und unser Entwicklungsvorsprung sind einerseits Treiber unseres Geschäfts. Andererseits spielt die voranschreitende Technologie anderen Anbietern dahingehend in die Karten, als es natürlich heute schon wieder verbesserte Möglichkeiten zur Entwicklung einer umfassenden KIS-Suite gibt. Aber so ist es nun mal: den optimalen Zeitpunkt für so ein Mammutprojekt kann man vorab nicht umfassend erkennen, nur ahnen. Und ich denke, wir haben da als CGM vieles richtig gemacht! Grundsätzlich brauchen wir aber neben unserem erwiesenen Mut und nach all unseren Anstrengungen in der Produktentwicklung auch eine gehörige Portion Geduld. Nicht zuletzt auch deshalb, weil die gesellschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen noch nicht darauf ausgerichtet sind, dieses Potenzial zum Nutzen der Menschen heben können. Wer glaubt, im Gesundheitsbereich mit digitalen Angeboten schnelles Geld verdienen zu können, der irrt sich. Man muss sich darüber klar sein, dass nicht die Möglichkeiten des technologischen Fortschritts, sondern der Wille der Politik in den verschiedenen Staaten darüber entscheidet, wann eHealth jenen Status in der Gesellschaft erlangt, den es eigentlich verdient.“


Vielen Dank, Herr Salomon!

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