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Synchronizing Healthcare

Qualität durch Ethik

Menschen stimmen mit ihren Füßen ab. Das gilt besonders für die Arbeitswelt, in der der Faktor Wissen immer erfolgsentscheidender wird.

28. Juni 2020
Peter Rosegger
SCHAFFLER VERLAG, QUALITAS: 01/20
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ClipDealer / weerapat

Bildinhalt: Symbolbild

Bildrechte: ClipDealer / weerapat

Ein Unternehmen ist heute eine „öffentlich exponierte Organisation …, die ihre Ziele und Strategien gegenüber der Öffentlichkeit legitimieren muss, nicht nur gegenüber dem Marktumfeld oder gar nur im privaten Bereich der Unternehmensmitglieder“ (Michael Litschka). Ein großes Wort gelassen ausgesprochen, das man als Majestätsbeleidigung oder als entbehrlich einstufen kann. Letzteres wird man dann jedoch schnell selbst sein. Zumindest im Wettbewerb um „the best and the brightest“.

Organisationsethik und Employer Branding als strategische Elemente der Qualitätssicherung sind zugleich prinzipiengeleitet und marktorientiert. Sie sind keine Missachtung des Regelbetriebes, sondern Voraussetzung für dessen nachhaltigen Erfolg – auch ökonomisch. Deswegen ist mindestens Organisationsethik allerdings nicht weniger umstritten.

Die ethische DNA einer Organisation ist jedoch für aktuelle und zukünftige Mitarbeitende zunehmend ausschlaggebend. Dieser ethische Code wird besonders von der Mission einer Organisation bestimmt. Der große Management-Denker Peter Drucker hat das in die prägnanten Worte gefasst: „Ordnen Sie die Mission nie dem Gewinnstreben unter. Wenn es günstige Gelegenheiten gibt, die aber die Integrität der Organisation bedrohen, müssen Sie nein sagen. Andernfalls verkaufen Sie Ihre Seele.“

Besonders gilt all das für ein Ordenskrankenhaus. Ein wichtiges Element dabei sind das Ethikkomitee und die damit verbundene klinische Ethikberatung. Ziel ist es, Entscheidungsprozesse im klinischen Alltag ethisch aufmerksam und verantwortungsvoll mitzugestalten. Unsere Mitarbeitenden werden ermutigt, in der Ethikberatung mitzuwirken und dafür die grundlegende Ausbildung zu absolvieren.

Die Charta der Elisabethinen in Österreich betont diese organisationsethische Haltung: „In der Führung unserer Mitarbeiterinnen suchen wir zwischen Ordensschwestern und Führungskräften ein Zusammenwirken auf Augenhöhe. Christliche Grundhaltungen wie Vertrauen, Aufrichtigkeit und Loyalität sollen unseren Umgang miteinander prägen. Wir wollen den Mut haben, strittige Probleme auf den Tisch zu legen, und die Demut, sie miteinander geschwisterlich zu besprechen. So wollen wir unseren Mitarbeiterinnen sinnvolle Aufgaben zuteilen, ihre berufliche Weiterentwicklung fördern, sie in ihrem Engagement und ihrer Eigenverantwortung ermutigen und ihnen an ihrem Arbeitsplatz einen guten Lebensraum bieten.“

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