Close

Synchronizing Healthcare

Pharmaindustrie trotzt Krise mit Standortinvestitionen in Österreich

Die Coronakrise ist sowohl gesundheitlich als auch wirtschaftlich eine große Belastung für Österreich. Umso erfreulicher sind positive Nachrichten für den heimischen Wirtschaftsstandort. Solche kommen aktuell aus Tirol, wo der global tätige Pharmakonzern Novartis heute bekannt gegeben hat, 30 Millionen Dollar in seinen Produktionsstandort in Kundl zu investieren.

27. Mai 2020
Walter Zifferer (CGM)
APAMED
Dieser Artkel wurde 71 mal gelesen.

Bildinhalt: Symbolbild

Bildrechte: ClipDealer / robig

Damit soll die Wirkstoff-Produktion eines hochinnovativen Netzhaut-Präparats nach Österreich geholt werden. Bis 2021 soll dann die komplette globale Produktion in Tirol erfolgen.

Zitat

Die Investition in die Produktionsstätte Kundl zeigt, dass Österreich als Standort für Arzneimittelproduktion gefragt ist. Wir freuen uns, dass die heimischen Standorte mit ihren hochqualifizierten und motivierten Mitarbeitern und Entscheidungsträgern eine gute Reputation innerhalb global tätiger Pharmaunternehmen haben und wichtige Investitionen in unser Land bringen.

Sylvia Hofinger

Geschäftsführerin des Fachverbands der Chemischen Industrie Österreichs (FCIO)

Welche Bedeutung die Pharmaindustrie für Österreich hat, zeigt sich auch bei den wirtschaftlichen Kennzahlen Aktuell setzen heimische Pharmaunternehmen mit ihren Mitarbeitern direkt rund 5 Milliarden Euro pro Jahr um. Wenn man auch noch die vor- und nachgelagerten Bereiche einbezieht, ergibt sich sogar eine indirekte Wertschöpfung von etwa 10 Milliarden Euro. Damit leistet die Pharmaindustrie einen Beitrag von fast 3% zum gesamten Bruttoinlandsprodukt in Österreich. Jede Stärkung, jede neue Investition der heimischen Pharmabranche erhält den Charakter als Industrieland und sichert den Wohlstand. Um Forschung und Arzneimittelproduktion in Österreich zu halten, ist es entscheidend, den österreichischen Standort attraktiv zu gestalten und Rahmenbedingungen zu schaffen, mit denen flexibel auf die Bedürfnisse der Unternehmen reagiert werden kann. Denn Produktionsstandorte für lebenswichtige Medikamente und Wirkstoffe sind weltweit heiß umkämpft.

"Wir begrüßen den aktuellen Wunsch seitens der Politik, Verlagerungen von Medikamentenherstellung rückgängig zu machen. Damit dies gelingen kann, sind Maßnahmen nötig, die sowohl die Unternehmen bei der Produktion im Inland unterstützen, als auch die globalen Lieferketten absichern. Eine gute Erstattungspolitik ist ebenso notwendig, wie eine gute internationale Zusammenarbeit", so Hofinger.

Faire Preise notwendig, um Arzneimittelproduktion in Österreich halten und auszubauen

Neben planbaren, langfristig ausgelegten Rahmenbedingungen für die Unternehmen braucht es vor allem faire Preise bei Medikamenten. Sowohl bei innovativen Therapien, wie auch im Bereich der Generika. Durch die Globalisierung der Arzneimittelproduktion ist ein Preisdruck entstanden, bei dem es kaum möglich ist, ohne Unterstützung eine dauerhafte konkurrenzfähige Produktion in Österreich zu halten. Hofinger meint:

Zitat

Es ist für heimische Unternehmen sehr schwierig im internationalen Wettbewerb zu bestehen, wenn eine Packung Kaugummi mehr kostet als lebensnotwendige Medikamente, die zahlreichen Qualitäts- und Sicherheitsanforderungen entsprechen müssen.

Um die Arzneimittelproduktion in Österreich halten zu können, braucht es gut durchdachte politische Maßnahmen. Wie etwa das gesetzlich geregelte "Preisband". Dieses bestehende Instrument ist sehr gut geeignet, dem Preisdruck gegenzuhalten und Preisunterschiede auf Grund der höheren Produktionskosten in Österreich zumindest teilweise auszugleichen. Diese Regelung ist aber nur bis Herbst 2020 befristet.

"Das Preisband ist eine vernünftige Lösung, die dringend ins Dauerrecht übernommen werden muss, um die Abhängigkeit bei wichtigen Medikamenten von einzelnen Herstellern in Schwellenländern zu verringern und die Versorgungssicherheit zu erhöhen", appelliert Hofinger an die politischen Entscheidungsträger, den österreichischen Produktionsstandort für Medikamente dauerhaft zu stärken.

Über den FCIO

Der Fachverband der Chemischen Industrie Österreichs (FCIO) ist die gesetzliche Interessenvertretung der chemischen Industrie in Österreich. Derzeit vertritt der Verband etwa 250 Unternehmen aus der chemischen Industrie, welche neben der Kunststoff- und Pharmaindustrie auch die Produktion von organischen und anorganischen Chemikalien, Chemiefasern und Lacken umfassen. Mehr als 45.000 Beschäftigte in der chemischen Industrie haben 2018 Waren im Wert von über 16 Milliarden Euro hergestellt. Der FCIO setzt sich für einen ökonomisch, ökologisch und sozial nachhaltigen und attraktiven Chemiestandort Österreich mit einem forschungs- und technologiefreundlichen Umfeld ein. www.fcio.at

Diese Website verwendet Cookies.
Mehr erfahrenOK