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Synchronizing Healthcare

Österreicher waren im Vorjahr etwas länger im Krankenstand

Die Österreicher haben 2018 etwas mehr Zeit im Krankenstand verbracht als im Jahr davor. Durchschnittlich waren die unselbstständig Beschäftigten im Jahresverlauf 13,1 Tage im Krankenstand. 2017 waren es noch 12,5 Tage. Das geht aus dem "Fehlzeitenreport" hervor, den Wirtschafts- und Arbeiterkammer, Hauptverband der Sozialversicherungsträger und das Wirtschaftsforschungsinstitut jährlich erstellen.

05. Dezember 2019
Philipp Streinz
APAMED
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Kurzkrankenstände kommen relativ häufig vor: 40 Prozent aller erfassten Krankenstandsfälle dauerten 2018 weniger als vier Tage. Umgekehrt dauerten nur 12 Prozent aller Fälle länger als zwei Wochen.

Langfristig gesehen ist das Krankenstandsniveau derzeit vergleichsweise niedrig: Die krankheitsbedingten Fehlzeiten erreichten 1980 mit 17,4 Krankenstandstagen pro Kopf ihren Höchstwert. 1990 verzeichnete die Statistik durchschnittlich 15,2 Tage pro Kopf, 2000 waren es noch 14,4Tage. In den vergangenen zehn Jahren schwankte die Zahl der Krankenstandstage zwischen 12,3 und 13,2 Tage pro Kopf.

Dieser längerfristige Rückgang lässt sich nicht durch einen einzelnen Faktor erklären. Eindeutig vorteilhaft wirkten sich die Reduktion der Arbeitsunfälle und die Verschiebung der Wirtschaftsstruktur in Richtung Dienstleistungen auf die Entwicklung der Fehlzeiten aus. Auch andere langfristige Trends wie die Erhöhung der Teilzeitbeschäftigung und die Zunahme von atypischen Beschäftigungsverhältnissen dürften die Krankenstandsquote gedämpft haben, heißt es in dem Fehlzeitenreport.

Auch das Bild der wichtigsten Krankenstandsursachen wandelt sich im Zeitverlauf. Der Krankenstand wird heute vor allem von den Krankheiten des Muskel-Skelett-Systems und jenen des Atemsystems geprägt. Zusammen verursachen diese Erkrankungen rund die Hälfte der Krankenstandsfälle und 43 Prozent aller Krankenstandstage. Der Anteil der Verletzungen hat in vergangenen Jahrzehnten deutlich abgenommen. Er betrug im Vorjahr 16 Prozent, 2004 waren es noch 21 und 1994 fast 23 Prozent. Weiter fortgesetzt hat sich auch der langfristig rückläufige Trend in der Zahl der Arbeitsunfälle. 2018 erreichte die Unfallquote mit 318 je 10.000 Versicherte den tiefsten Stand seit 1974 (765). Damals waren statistisch gesehen 7,6 Prozent der Beschäftigten von einem Arbeitsunfall betroffen, im Jahr 2018 waren es mit 3,2 Prozent weniger als die Hälfte.

Die Zahl der psychischen Erkrankungen ist wieder leicht rückläufig. Ihr Anteil an allen Krankenstandstagen lag Mitte der 90er-Jahre noch bei 2,6 Prozent und hat sich bis zum Jahr 2014 auf 9,4 Prozent mehr als verdreifacht. Von 2015 bis 2017 blieb er konstant bei 9,2 Prozent, im Vorjahr ist er wieder leicht zurückgegangen auf 8,9 Prozent.

Ein Schwerpunkt des heurigen Fehlzeitenreports sind die Chancen und Risiken, die sich durch die Arbeitszeitgestaltung für die Gesundheit ergeben. 2018 arbeitete fast die Hälfte der unselbstständig Beschäftigten zumindest gelegentlich außerhalb der Standardarbeitszeiten, d.h. am Abend, in der Nacht, am Wochenende oder im Schicht-, Turnus- und Wechseldienst. Neben den bekannten gesundheitlichen Folgen der Schicht- und Nachtarbeit können auch anhaltend lange (über 40 Wochenstunden) und vor allem überlange Arbeitszeiten (48 Wochenstunden und mehr) beträchtliche Auswirkungen auf die Gesundheit haben, heißt es in dem Report. Entscheidend ist dabei, wie oft und über welchen Zeitraum diese Arbeitsform eingesetzt wird.

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