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Synchronizing Healthcare

Künstliche Intelligenz diagnostiziert Hautläsionen besser als Mensch

Künstliche Intelligenz ist dem Menschen bei der Diagnose von pigmen­tierten Haut­ver­änderungen wie Mutter­malen und Mela­nomen über­legen. Das belegt eine Studie der Medi­zinischen Uni­versi­tät Wien, die mensch­liche Experten gegen Bild­erkennungs­pro­gramme mit lern­fähigen Algo­rithmen antreten ließ. Auch wenn die Pro­gramme klar bessere Ergeb­nisse erziel­ten, können sie den Menschen nicht ersetzen.

13. Juni 2019
Philipp Streinz
CGM / APAMED
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Bildinhalt: Symbolbild

Bildrechte: ClipDealer / vschlichting

511 Mediziner traten im Rahmen der Studie gegen 139 Bild­erkennungs­algo­rithmen aus 77 ver­schie­denen Labo­rato­rien aus aller Welt an. Als Lern­grund­lage für die Maschinen diente die Bild­daten­bank HAM10.000. Diese umfasst mehr als 10.000 Auf­nahmen mit sieben ver­schie­denen Klassen an pig­men­tierten Haut­ver­ände­rungen - darunter harm­lose Mutter­male, Alters­flecken und Blut­schwämme, aber auch bös­artige Mela­nome und Auf­nahmen von Morbus Bowen (weißer Haut­krebs). Die Medi­ziner waren hin­gegen allein auf ihre fach­liche Erfah­rung angewiesen.

Allen Teilnehmern wurden auf einer Online-Platt­form je 30 Bilder aus einem Pool von neuen, nicht in der Bild­daten­bank ent­hal­tenen, Auf­nahmen vor­gelegt. Das im Journal "The Lancet Oncology" ver­öf­fent­lichte Ergeb­nis war ein­deutig. Während die besten mensch­lichen Dia­gnos­tiker 18,8 Bilder von 30 richtig hatten, schafften die besten Maschinen 25,4 richtige Klassi­fi­zierungen. Für den Erst­autor der Studie, Philipp Tschandl von der Uni­versi­täts­klinik für Derma­tologie der MedUni Wien, war das nicht über­raschend: "Zwei Drittel aller teil­nehmenden Maschinen waren besser als der Mensch, das Ergeb­nis hat sich bei ähn­lichen Ver­suchen in den ver­gan­genen Jahren auch schon abgezeichnet."

Den Menschen werden Maschinen bei der Diagnose von Hautläsionen aber noch länger nicht ersetzen. "Zur Diagnose eines Patienten gehört auch die Verlaufs­beob­achtung, die Einschätzung, ob der Betroffene aufgrund diverser Begleitumstände ein Risikopatient ist, wie sich eine Veränderung der Haut durch Ertasten anfühlt und der Vergleich mit anderen Muttermalen am Körper. Die Interpretation der Ergebnisse ist weiterhin dem Menschen überlassen", sagte Tschandl.

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