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Synchronizing Healthcare

Eine paradoxe Situation

Der Gesundheitssektor hat wesentlichen Anteil am CO2- Fußabdruck Österreichs und trägt damit zum Klimawandel bei. Was tun große Gesundheitsanbieter für Klimaschutz und Nachhaltigkeit und was empfehlen die Experten außerdem?

11. Mai 2020
Christian F. Freisleben, Gabriele Vasak
SCHAFFLER VERLAG, ÖKZ: 61. JG (2020) 03-04
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OÖ Gesundheitsholding

Bildinhalt: Salzkammergut-Klinikum Gmunden

Bildrechte: OÖ Gesundheitsholding

Dass der Klimawandel auch die Gesundheit der Menschen bedroht, ist eine nicht zu leugnende Tatsache. Durch den Temperaturanstieg verändern sich auch hierzulande die klimatischen Bedingungen, die Einfluss auf die gesundheitliche Situation der Bevölkerung nehmen. Experten erwarten größere Veränderungen in mehreren Bereichen: So sind etwa Hitzewellen, Dürre, Starkniederschläge und Hochwasser zunehmende Phänomene, die auch die Gesundheit der Menschen belasten. Ebenso wird mit der Änderung der Verbreitungsgebiete lokal bisher nicht bekannter oder wenig verbreiteter allergener Pflanzen und krankheitsübertragender Organismen gerechnet. Weiters wird auch eine klimabedingt verstärkte Wirkung von Luftschadstoffen als neuer Gesundheitsrisikofaktor genannt.

Besonders vulnerable Gruppen sind in diesen Zusammenhängen ältere Menschen, Kinder, Menschen mit Behinderung, chronisch Kranke sowie Personen, die sozioökonomisch benachteiligt sind und oft nur eingeschränkten Zugang zur Gesundheitsinfrastruktur haben.

Keine Klimastrategie für den Gesundheitssektor

Das alles bedeutet auch, dass das Gesundheitssystem bzw. die Gesundheitsversorgung gefordert sind, denn aufgrund der Alterung der Bevölkerung, aber auch wegen zunehmender klimatischer Veränderungen benötigen immer mehr Menschen entsprechende Dienstleistungen. Gleichzeitig sind diese bzw. auch andere Gesundheitsleistungen oft energieintensiv, und der Gesundheitssektor belastet damit die Umwelt und trägt selbst zum Klimawandel bei. Eine paradoxe Situation also, doch bisher hat man nur vereinzelt Augenmerk darauf gelegt: „Bislang wurde der Gesundheitssektor in österreichischen und internationalen Klimastrategien nicht berücksichtigt, und es existiert keine Klimastrategie für den Sektor“, sagt Ulli Weisz vom Institut für Soziale Ökologie der Universität für Bodenkultur Wien. Sie ist Koordinatorin der Studie Kohlenstoff-Fußabdruck des österreichischen Gesundheitssektors (Health Footprint), die zwischen 2017 und 2019 durchgeführt und vom Österreichischen Klimaforschungsprogramm des Klima- und Energiefonds gefördert wurde (die ÖKZ berichtete). In deren Rahmen wurde erstmals der CO2-Fußabdruck des Gesundheitssystems aller OECD-Länder in einer Zeitreihe über zehn Jahre berechnet. Für den österreichischen Gesundheitssektor wurden in der Untersuchung zusätzlich Detailberechnungen zu den CO2-Emissionen des direkten Energiekonsums, des Krankenhausbereichs, des induzierten Verkehrs und der Fußabdruck ausgewählter Medikamente erstellt.

Die Sustainable Development Goals

Im September 2015 wurde die 2030 Agenda für Nachhaltige Entwicklung von der Generalversammlung der Vereinten Nationen beschlossen. In dieser enthalten sind 17 Ziele für Nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals = SDGs), die soziale, ökologische und ökonomische Aspekte umfassen. Über 190 Länder der Welt haben sich prinzipiell verpflichtet, für die SDGs nationale Entwicklungspläne zu erarbeiten und umzusetzen. Anfang 2016 beauftragte die österreichische Bundesregierung alle Bundesministerien, die Prinzipien der Agenda 2030 und ihre nachhaltigen Entwicklungsziele in die relevanten Strategien und Programme einzuarbeiten und gegebenenfalls entsprechende Aktionspläne sowie Maßnahmen zu erstellen. Dabei sollen alle staatlichen Organe auf Bundes-, Landes-, Städte- und Gemeindeebene sowie Sozialpartner, Zivilgesellschaft, Wirtschaft und Wissenschaft einbezogen werden.

Dazu gehören auch Krankenhausträger. „Wir sind sehr bestrebt, Maßnahmen zu den 17 Zielen der SDGs voranzutreiben“, betont etwa Paul Sungler, Geschäftsführer der Salzburger Landeskliniken. Die SALK würden pro Mitarbeiter durchschnittlich 72.000 Euro inklusive Dienstgeberanteil aufwenden, „dies liegt über dem Schnitt anderer Branchen. Insofern hilft es, das SDG 1 Keine Armut zu erreichen und liefert Impulse zu SDG 15 Leben auf dem Land“, so Sungler. Alois Radelsböck, Leiter der Abteilung für Bau und Technik sowie Vorsitzender der ARGE Nachhaltigkeit bei den Tirol Kliniken, verweist auf die große Bandbreite an verschiedenen Arbeitszeitmodellen, „die wir als Tirol Kliniken haben, um Personen mit unterschiedlichsten Lebenshintergründen eine Arbeit bei uns zu ermöglichen“.

Gesundheit und Wohlergehen

Das SDG 3 hat die Überschrift Gesundheit und Wohlergehen. Die SALK etwa trägt dazu durch die Behandlung von jährlich 70.000 vollstationären, 9000 tagesklinischen und über eine Million ambulanten Patienten bei – wobei wiederum stark auf regionale Versorgungsangebote gesetzt wird. Dazu kommen Maßnahmen in Arbeitsmedizin und betrieblicher Gesundheitsförderung für die über 6450 Mitarbeitenden. „Wir haben kürzlich das 30-jährige Jubiläum für das Angebot der Supervision gefeiert – ebenso ein wichtiger Schritt“, meint Sungler.

„Ein Krankenhaus ist ein öffentliches Unternehmen und hat damit eine gesellschaftliche Verantwortung“, sagt Alois Radelsböck. Für die Tirol Kliniken nennt er im Zusammenhang mit den Nachhaltigkeitszielen Angebote wie G‘sund im Krankenhaus – das gesundheits- und sportmedizinische Untersuchungsprogamm für Mitarbeiter – oder Beratung und Coaching bei familiären Problemen oder Schwierigkeiten am Arbeitsplatz. Krankenhäuser der Tirol Kliniken bieten weiters Bildungs- und Beratungsmaßnahmen für (pflegende) Angehörige von Menschen mit Demenz – auch dies laut Radelsböck ein wichtiger Aspekt des SD-Ziels Gesundheit und Wohlergehen. Dazu kommen öffentliche Vorträge und Informationsangebote zu gesunder Ernährung. „Auch mit solchen Maßnahmen nehmen wir unsere Rolle in Hinblick auf gesellschaftliche Verantwortung wahr, die eben über die Versorgung kranker Menschen hinausgeht. Denn wir haben auch eine Verantwortung dafür, wie verschiedenste Personen unterstützt werden und ihren Lebensstil so gestalten können, dass die Wahrscheinlichkeit, dass sie erkranken, möglichst gering ist“, so Radelsböck.

Menschenwürdige Arbeit

Zum SD-Ziel 8 Menschenwürdige Arbeit trägt das Angebot von kostengünstiger Verpflegung bei, wobei sowohl bei den SALK als auch bei den Tirol Kliniken gleichzeitig darauf geachtet würde, die Zutaten möglichst von regionalen Herstellern bzw. Verarbeitern zu beziehen; zudem stammen bei den SALK elf Prozent der Lebensmittel aus biologischem Anbau, bei Rindfleisch sogar 60 Prozent. Für das SDG 8 wäre zudem der betriebliche Kindergarten erwähnenswert.

Das Bildungszentrum der SALK ist einer der größten Anbieter des Landes Salzburg. Auch durch die engen Kooperationen mit der privaten medizinischen Paracelsus Universität sowie der Fachhochschule Salzburg, wo auch Pflegefachkräfte und medizinisch-technische Dienste ausgebildet werden, würden kontinuierlich Beiträge zum SDG 4 Hochwertige Bildung geleistet. Die Tirol Kliniken haben mit dem Ausbildungszentrum West die größte Bildungseinrichtung für Gesundheitsberufe im Westen Österreichs und erlauben es dem Träger dadurch, bedarfsorientiert auszubilden.

Für das Feld Innovation (SDG 9) nennt Sungler drei Expertisezentren der SALK, etwa jenes für Schmetterlingskinder und das für seltene Formen der Epilepsie, geplant ist ein weiteres für angeborene Stoffwechselerkrankungen. Besonders das Landeskrankenhaus St. Veit setzt zudem Schritte zu innovativer Altersmedizin um. Und schließlich sind die Salzburger Landeskliniken laut Paul Sungler auch bestrebt, zu Geschlechtergerechtigkeit (SDG 5) beizutragen – unter anderem durch gleiche Bezahlung für Männer und Frauen bzw. durch Gleichbehandlung, wenn es um die Chance geht, einen ausgeschriebenen Arbeitsplatz zu bekommen. Ebenso im Sinne der SDGs wäre, dass bei den SALK etwa elf Prozent des Personals aus anderen EU-Ländern und drei Prozent aus anderen Staaten stammen – so würde Vielfalt und Integration im Land mitgetragen, sagt der SALK-Chef.

Die Health-Footprint-Studie

Was dabei herausgefiltert wurde, ist teilweise erschreckend, denn der CO2-Fußabdruck des Gesundheitssektors ist beträchtlich: So ist der Gesundheitssektor im Median der OECD-Länder der größte Verursacher von CO2-Emissionen unter allen Dienstleistungssektoren und sein CO2-Fußabdruck ist der sechstgrößte gesamtwirtschaftlich, heißt es in der Studie. „In Österreich betrug der durch den Konsum von Gesundheitsleistungen verursachte CO2-Fußabdruck im Jahr 2014 6,8 Megatonnen. Das entspricht einem Anteil am nationalen CO2-Fußabdruck von fast sieben Prozent. Damit liegt der Anteil des österreichischen Gesundheitssektors am nationalen CO2-Fußabdruck circa 16 Prozent über dem Durchschnitt aller OECD-Länder“, so Ulli Weisz.

Am meisten steuern dazu Krankenhäuser mit 32 Prozent bei (in absoluten Zahlen waren das im Jahr 2015 2,5 Megatonnen CO2), der ambulante Versorgungsbereich mit 18 Prozent und ambulant abgegebene medizinische Produkte inklusive Arzneimittel mit 20 Prozent. Wobei letzterer von den Studienautoren als insgesamt wesentlich höher eingeschätzt wird, da viele medizinische Produkte und Arzneimittel auch direkt in Krankenhäusern und anderen Gesundheitseinrichtungen verabreicht werden. Besonders problematisch sind hier beispielsweise Anästhesiegase und treibhausgas-haltige Dosierinhalatoren. „Die Treibhausgas-Emissionen von Anästhesiegasen sind im Beobachtungszeitraum rückläufig, aber diejenigen von Dosierinhalatoren haben sich österreichweit seit 2005 verdoppelt“, sagt Ulli Weisz.

Apropos Krankenhäuser sowie ambulante Versorgung, Krankentransportdienste und mobile Pflegedienste: Sie alle konsumieren Energie in Form von Strom, Fernwärme, fossilen Treib- und Brennstoffen. „Die dadurch verursachten CO2-Emissionen betrugen im Jahr 2015 rund 13 Prozent des gesamten CO2-Fußabdrucks des österreichischen Gesundheitssektors“, so die Forscherin, die aber auch betont, dass es in Österreich in den letzten Jahren zu einer Abnahme des CO2-Fußabdrucks des Gesundheitswesens gekommen ist: „Das ist primär durch Verbesserungen im Energiesektor bedingt. Das heißt, der Kohlenstoff-Fußabdruck des Gesundheitssektors folgt dem nationalen Trend. Der seit 2005 zu beobachtende Rückgang der CO2-Emissionen durch den Energiekonsum ist hauptsächlich durch den geringeren Verbrauch fossiler Energieträger – vor allem Öl – im Krankenhausbereich bedingt. Allerdings hat etwa der milde Winter 2015 auch den Heizbedarf reduziert.“

Fragt sich, was die Experten an weiteren Maßnahmen vorschlagen. Die Autoren der Health-Footprint-Studie nennen energieeffiziente Gebäude und ein klimafreundliches Beschaffungswesen, die Reduktion von unnötigen Mehrfachleistungen und Überverschreibungen, Strategien, den Krankenhaussektor zu entlasten sowie die Priorisierung von Krankheitsprävention und Gesundheitsförderung. „Diese Maßnahmen beeinflussen die Qualität der Versorgung nicht und würden in vielen Fällen sogar die Gesundheit der Bevölkerung verbessern. Mit der Förderung klimafreundlicher und gesunder Lebensstile sind substanzielle Emissionsminderungen erzielbar. Der Gesundheitssektor könnte hier eine Vorreiterrolle einnehmen und gleichzeitig seinen eigenen Kohlenstoff-Fußabdruck senken.“

Klimaschutz bei großen Krankenhausträgern

Lohnt also auch ein Blick auf das, was große Krankenhausträger in Österreich in Sachen Verringerung von Emissionen und in anderen Belangen des Klimaschutzes tun. Bei der Steiermärkischen KAGes etwa betont man, dass der gezielte Umweltschutz schon eine relativ lange Tradition hat. Mit der KAGes-Umweltstrategie wurde 1999 ein Grundstein dafür gelegt, und laut Auskunft der Presseabteilung des Gesundheitsunternehmens tragen die konkret festgelegten Maßnahmen in unterschiedlichen Aufgabenfeldern ihre Früchte und machen den täglichen Krankenhausbetrieb umwelt- und klimaverträglicher. „So konnte die CO2-Emission des direkten Energieverbrauchs von 56.000 Tonnen im Jahr 2005 bis 2018 auf 23.000 Tonnen gesenkt werden“, heißt es. Und es würden laufend Verbesserungen durchgeführt, um diese Entwicklung auch weiterhin voranzutreiben. Außerdem setzt man bei der KAGes unter anderem auch auf Ökologie im Spitalsbau, (Umwelt-)Controlling, die Erstellung jährlicher konkreter Umweltprogramme sowie auf breite Umwelt-Schulung und -information für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Auch in der Kärntner KABEG wird einiges für den Klimaschutz getan. Dort hat man sich bis 2025 zum Ziel gesetzt, die durch den direkten Energieverbrauch verursachten CO2-Emissionen um 88 Prozent (von 17.000 auf 2000 Tonnen) zu reduzieren, und was bisherige Ergebnisse betrifft, so gelang bis 2018 durch den Einsatz von CO2-neutralem Strom ein Minus von 73 Prozent. Um den CO2-Ausstoß von Krankentransportfahrzeugen möglichst gering zu halten, werden etwa im Klinikum Klagenfurt am Wörthersee alle Transporte mittels EDV-Unterstützungen gesteuert und koordiniert. Angestrebt ist weiters, einen Teil des Fuhrparks künftig auf Elektrotransporter umzustellen. Außerdem verfolgt man bei der KABEG auch einen nachhaltigen Baustandard für den Neubau und die umfassende Gebäudesanierung von Krankenhäusern.

E-Autos und Smart Building

Seit 2017 sind die Tirol Kliniken als größtes Unternehmen in Westösterreich mit über 8500 Mitarbeitern Klimabündnis-Betrieb, man setzt sich also aktiv für Klimaschutz, Klimagerechtigkeit und Nachhaltigkeit ein. „Wir entwickeln laufend Projekte, die auch schnell sichtbare Ergebnisse bringen sollen, wie etwa die Vermeidung von Plastik, im Speziellen PET-Flaschen, die Verringerung des Papierverbrauches oder mehr BIO-Lebensmittel auf dem Speiseplan“, erklärt Alois Radelsböck, Leiter der Abteilung für Bau und Technik sowie Vorsitzender der ARGE Nachhaltigkeit bei den Tirol Kliniken. „Wir bemerken, dass immer mehr Mitarbeitende sich von den Aktivitäten der ARGE anstacheln lassen, selbst Ideen und Projekte einzubringen“, sagt Radelsböck. Dieser Trend solle weiter verstärkt, das Personal dabei begleitet werden, das Thema auch nach außen zu tragen. So gab es etwa interne Maßnahmen zum Energiesparen, die sehr erfolgreich waren. „Wir haben dann mitbekommen, dass Ähnliches von verschiedenen Mitarbeitern im persönlichen Umfeld umgesetzt und gleichzeitig darüber im Bekanntenkreis herumerzählt wird.“

Neben technischen Maßnahmen wie etwa die energieeffiziente Gestaltung von Gebäuden nach Green Building Standards und dem zertifizierten Energiemanagement, das bereits 2014 bei den Tirol Kliniken konzernweit eingeführt wurde, wo jährlich wesentliche technische Maßnahmen bei der Reduktion des Energiebedarfes bereits eine Verringerung der CO2-Emissionen um fast 50 Prozent erreicht wurde, braucht es eine sehr gute Informationsarbeit, wo Mitarbeiter dort abgeholt werden, wo sie aktuell stehen, ohne zu moralisieren.

Saubere Energie würde sehr ernst genommen, sagt SALK-Geschäftsführer Paul Sungler. Die elektrische Energie für die Standorte der Salzburger Landeskliniken, die von der Salzburg AG bezogen wird, weist für die Stromerzeugung einen Anteil von 100 Prozent aus erneuerbaren Energieträgern auf. Viel investiert wurde zudem in Geothermie bei einem aktuellen Bauprojekt. In allen Landeskliniken laufen zudem Photovoltaik-Ausbauprojekte, die gleichzeitig Vorbildwirkung für andere kommunale Projekte hätten. Gleichzeitig gebe es Maßnahmen, um den Energieverbrauch zu senken, etwa durch Modernisierungen in der Gebäudetechnik oder im Ausbau von Wärmerückgewinnungen.

Eine weitere Maßnahme für den Bereich Klimaschutz ist eine Flotte von fünf E-Autos mit der Vorgabe, diese bei notwendigen Dienstfahrten der Nutzung eigener Fahrzeuge vorzuziehen. Ebenso werden Dienstfahrräder für innerstädtische Fahrten zur Verfügung gestellt. „Die SALK sind Partner bei der Klima- und Energiestrategie SALZBURG 2050“, dazu gehören schon erwähnte Maßnahmen zu mehr Energieeffizienz sowie Schritte zur Gebäudedämmung. Durch das Engagement beim österreichischen Verband der Krankenhaustechniker würden, wie Sungler ergänzt, zudem Symposien und Veranstaltungen zum Thema Nachhaltigkeit mitgetragen werden. „Wir sind Teil des Interregio-Projekts ‚Interregional Hospital Network for Energy Sustainability‘. Bei dieser internationalen Vernetzung werden Best-Practice-Projekte ausgewertet und einem Nutzerkreis von Krankenhaustechnikern zur Verfügung gestellt.“ Daraus entwickelt werden internationale Standards für Energiemonitoring und Benchmarking. Im Bereich Technik, Bau und Liegenschaften der SALK gibt es laut Sungler zwei Personen, die sich explizit mit der Energienachhaltigkeit der SDGs beschäftigen; die Anstellung einer Person sei vom Land Salzburg für die ersten zwei Jahre gefördert worden. Zudem werde mit dem Studiengang Smart Building der FH Salzburg kooperiert, wo Studierende in einem Wettbewerb einmal einen nachhaltigen Klinikbau an der SALK entwickeln könnten.

Alle sind gefordert

Große Gesundheitsanbieter tragen also durchaus ihren Teil zum Klimaschutz bei. Doch um den CO2-Fußabdruck des österreichischen Gesundheitssystems auch weiterhin zu senken, ist es den Autoren der Health-Footprint-Studie zufolge auch notwendig, das Gesamtsystem zu betrachten. Ulli Weisz: „Um die international vereinbarten Klimaziele zu erreichen, sind alle wirtschaftlichen Sektoren gefordert, ihren Beitrag zu leisten. Wenn in Zukunft wirksame Klimaschutzmaßnahmen im Energiesektor ausbleiben, wird die zunehmende Nachfrage von Gesundheitsleistungen wieder zu einer Erhöhung des CO2-Fußabdrucks des Gesundheitssektors führen.“

Zeitschrift
ÖKZ

Ausgabe
03-04/2020 (Jahrgang 61)

Verlag
Schaffler Verlag

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