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Coronavirus in China: WHO erklärte internationale Notlage

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat wegen des Ausbruchs der neuen Lungenkrankheit in China eine "gesundheitliche Notlage von internationaler Tragweite" ausgerufen. Damit sind konkrete Empfehlungen an Staaten verbunden, um die Ausbreitung über Grenzen hinweg möglichst einzudämmen.

31. Januar 2020
Philipp Streinz (CGM)
APAMED
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Noch sei die Zahl der Infektionen außerhalb Chinas relativ gering, sagte WHO-Direktor Tedros Adhanom Ghebreyesus am Donnerstagabend. Aber man wisse nicht, welchen Schaden das Virus in einem Land mit einem schwachen Gesundheitssystem anrichten würde. Der Schritt sei nicht als Misstrauensvotum gegen China zu verstehen, betonte der WHO-Direktor.

Die Zahl der Infektionen mit dem neuen Coronavirus 2019-nCoV hat mittlerweile die weltweiten Fälle bei der SARS-Pandemie vor 17 Jahren übertroffen. Mit 317 neuen Erkrankungen, die die Behörden der schwer betroffenen Provinz Hubei in Zentralchina am Donnerstag berichteten, kletterte die Gesamtzahl weltweit auf mehr als 8.100. An dem Schweren Akuten Atemwegssyndrom (SARS) waren 2002/2003 nach Auskunft der Weltgesundheitsorganisation 8.096 Menschen erkrankt und 774 gestorben. Durch das neue Virus, das mit dem SARS-Erreger verwandt ist, sind bisher 170 Menschen ums Leben gekommen.

Mit der ersten Erkrankung in Tibet sind nun in allen Regionen und Provinzen Chinas Infektionen nachgewiesen. Der Anstieg ist rasant. Vor zwei Wochen waren erst 40 Fälle gezählt worden. Der Höhepunkt der Epidemie wird frühestens in einer Woche erwartet. Außerhalb der Volksrepublik sind in rund 20 Ländern mehr als 100 Infektionen gezählt worden. Unter anderem in Frankreich gibt es sechs Infektionen, in Deutschland vier.

In Österreich gibt es bisher keinen bestätigten Fall. Bei sechs Verdachtsfälle gab es nach dem Test Entwarnung, ein siebenter Verdachtsfall wird noch geprüft. Die Ausrufung des internationalen Gesundheitsnotstandes hat für die Praxis in Österreich zunächst keine Auswirkungen, weil sich Österreich ohnehin an die Empfehlungen der WHO hält, wie das Gesundheitsministerium auf Anfrage mitteilte. "Sollten die Empfehlungen strenger werden, wird sich Österreich selbstverständlich daran halten", hieß es weiter.

An Bord des Kreuzfahrtschiffes "Costa Smeralda", das wegen eines Verdachts auf Coronavirus im Hafen der Stadt Civitavecchia bei Rom festgehalten wurde, gab es am Donnerstag Entwarnung. Unter den rund 6.000 Passagieren an Bord waren auch 37 Österreicher.

Deutschland plant eine Rückholaktion für deutsche Staatsbürger aus der besonders schwer betroffenen Metropole Wuhan. Nach bisherigen Schätzungen geht es um rund 90 deutsche Staatsbürger. Die Rückkehrer sollen 14 Tage lang auf dem Luftwaffenstützpunkt Germersheim in Rheinland-Pfalz in Quarantäne, wie Medien berichteten. Der deutsche Flug könnte auch eine Möglichkeit für die sieben Österreicher in der Provinz Hubei sein, China zu verlassen. Das Flugzeug der deutschen Bundeswehr soll in Frankfurt landen. Der Rückholflug war zunächst für Samstag geplant. Sicher war das aber auch am Donnerstag noch nicht.

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