Close

Synchronizing Healthcare

Arbeitnehmer immer stärker unter Druck, Belastung gestiegen

Zwei von drei Beschäftigten in Öster­reich empfinden zunehmenden Druck im Arbeits­alltag. Die sogenannte Work-Life-Balance sinkt, Haupt­gründe dafür sind ein steigendes Maß an Verant­wortung und immer mehr Arbeits­stunden. Nicht zuletzt deshalb ist es laut einer Erhebung des Beratungs­unter­nehmens EY unter 1.001 Arbeit­nehmern so, dass jeder Zweite für mehr Freizeit auf Gehalt verzichten würde.

26. Juli 2019
Philipp Streinz
CGM / APAMED
Dieser Artkel wurde 15 mal gelesen.

Bildinhalt: Kompressor

Bildrechte: ClipDealer / claudiodivizia

Die Arbeitsbelastung ist in den vergangenen fünf Jahren demnach spürbar gestiegen. Fast zwei von drei Beschäftigen in Öster­reich (65 Prozent) sind der Ansicht, dass der Druck, den man im Arbeits­alltag ausgesetzt ist, in den vergangenen Jahren zuge­nommen hat. 22 Prozent - 24 Prozent der befragten Männer bzw. 19 Prozent der befragten Frauen -, sagen sogar, dass er stark zuge­nommen hat. Nur 5 Prozent sprechen davon, dass der Druck eher nach­gelassen hat.

In allen untersuchten Branchen empfindet jeweils die Mehrheit der Beschäf­tigten eine gestiegene Arbeits­belastung. Mit 27 Prozent ist der Anteil im Banken- und Ver­sicherungs­bereich am höchsten. Führungs­kräfte und Beschäf­tigte in großen Unter­nehmen sind von der steigenden Arbeits­belastung besonders häufig betroffen.

40 Prozent sagen, dass die Work-Life-Balance erschwert worden ist. Männer (43 Prozent) empfinden für sich häufiger eine erschwerte Work-Life-Balance als Frauen (38 Prozent). Haupt­gründe sind mehr Arbeits­stunden und mehr Verant­wortung, die übernommen werden muss. Für 48 Prozent ist die Verein­barkeit von Beruf und Privat­leben in den vergan­genen fünf Jahren im eigenen Alltag hingegen unverändert geblieben. Bei den 36- bis 50-Jährigen sagt eine absolute Mehrheit von 52 Prozent, die Verein­barkeit wurde viel schwieriger (21 Prozent) oder schwieriger (31 Prozent).

"Die Anforderungen an die Beschäf­tigten sind eindeutig gestiegen", sagt Ingrid Rattinger von EY Österreich. "Dafür sind zahlreiche Faktoren verant­wortlich: So ist die Kommuni­kation mit E-Mail, Smartphone und Chats schneller geworden. Der Druck auf Arbeit­nehmer, ständig erreichbar zu sein, wächst. Zudem hat die Inter­nationali­sierung zugenommen, was mehr Reisen oder unge­wöhnliche Arbeits­zeiten mit sich bringt, um sich mit Kollegen in den USA, China oder anderswo austauschen zu können."

Kein Wunder, dass auf Basis dieser Ergebnisse eine deutliche Mehrheit der Öster­reicher (54 Prozent) gerne für mehr Freizeit auf Geld verzichten würde. Männer würden einer solchen Lösung häufiger zustimmen als Frauen (57 Prozent gegenüber 52 Prozent). Frauen (35 Prozent) würden den Schritt, Gehalts­einbußen zu akzeptieren, allerdings häufiger von den konkreten Rahmen­bedingungen abhängig machen als Männer (30 Prozent).

Ein weiteres interessantes Detail aus der EY-Befragung ist, dass die Öster­reicher auf die Arbeit bezogen wenig mobil sind. Nur drei von zehn Beschäf­tigten wären bereit, im Falle eines attrak­tiven Job­angebots einen Wohnort­wechsel, auch wenn nur unter der Woche, zu akzeptieren. Männer wären deutlich häufiger grund­sätzlich bereit als Frauen (36 Prozent gegenüber 22 Prozent).

Diese Website verwendet Cookies.
Mehr erfahrenOK