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Synchronizing Healthcare

Anschober kündigte Screening in prekären Bereichen an

Noch 17 der insgesamt 72 hospitalisierten Covid-19-Erkrankten in Österreich sind am Samstag auf einer Intensivstation behandelt worden. Eine so geringe Anzahl an Intensivpatienten wurde zuletzt Ende März vom Gesundheitsministerium vermeldet. Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) warnte im Ö1-"Mittagsjournal" mit den Worten "das Virus ist nicht auf Urlaub" jedoch vor sorglosem Verhalten.

09. Juni 2020
Philipp Streinz (CGM)
APAMED
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BKA / Andy Wenzel

Bildinhalt: Rudolf Anschober, Bundesminister für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Konsumenten­schutz

Bildrechte: BKA / Andy Wenzel

16.804 Österreicher haben sich bis zum vergangenen Samstag mit dem Virus bereits offiziell infiziert, womit innerhalb von 24 Stunden weitere 64 dazugekommen sind, die meisten davon in Wien. 672 Menschen starben seit dem Auftreten des Virus in Österreich an einer Covid-19-Infektion, 343 galten mit Stand 8.00 Uhr noch als aktiv Erkrankte. Die 72 Personen, die noch im Krankenhaus sind, bedeuten jedenfalls, dass sich die Zahl in den vergangenen zwei Wochen exakt halbiert hat.

Um im Zukunft neue Cluster zu verhindern, kündigte Anschober ein großes Screening bei Menschen mit "schwieriger Lebenssituation" an. Konkret nannte er prekäre Lebens- und Arbeitssituationen als einen Bereich "wo normalerweise nicht hingeschaut wird", derzeit arbeite man mit dem Arbeitsinspektorat aus, wo das Screening im Juni dann starten wird. "Wir müssen derzeit erkennen, dass besonders prekäre Arbeitsverhältnisse hier ein Problem darstellen können", so Anschobers Lehre aus den Infektionsfällen in Postverteilzentren in Wien und Niederösterreich.

Aus dem bisherigen Verlauf der Pandemie in Österreich habe man zudem gelernt, dass es bei der Schutzausrüstung nicht gut gelaufen sei. Daher gelte es Bevorratung an Schutzkleidung und ähnlichem für zumindest zwei bis drei Monate zu realisieren - und im Bereich der Medikamente autarker zu werden. Was eine befürchtete zweite Welle betrifft, so sagte Anschober gegenüber der "Tiroler Tageszeitung", er sei "sehr optimistisch", dass es in Österreich zu keiner solchen kommen werde, wenn man SARS-CoV-2 weiterhin ernst nimmt.

Die Österreicher gewöhnen sich indes langsam wieder an ein normales Leben in der neuen Normalität: Zumindest die Hälfte (53 Prozent) kehrte nach dem Ende des coronabedingten Stillstands am 15. Mai wieder in ein Wirtshaus oder ein Restaurant ein, ein Drittel will diesem Beispiel bald folgen, wie eine Gallup-Umfrage unter 1.000 Personen ergeben hat.

Weniger Optimismus zeigt ein Aufruf von Wissenschaftern und Ärzten an die britische Regierung, das Land auf eine mögliche zweite Infektionswelle im Winter vorzubereiten. Großbritannien gehöre zu den Ländern mit den höchsten Todesraten, betonten die Experten in einem im "Guardian" veröffentlichten Schreiben.

In einigen anderen Ländern hat die erste Welle ihren Höhepunkt vielleicht noch gar nicht erreicht: Indien meldet am Samstag etwa einen Anstieg der festgestellten Infektionen um 9.887 auf mehr als 236.000. Damit überholte das Land Italien und lag weltweit auf Rang sechs hinter den USA, Brasilien, Russland, Großbritannien und Spanien.

In Russland stieg die Zahl der festgestellten Infektionen um 8.855 auf 458.689 und die Totenzahl um 197 auf 5.725. Das Robert-Koch-Institut meldet 407 bestätigte Neuinfektionen für Deutschland womit die Summe auf 183.678 stieg, 33 weitere Menschen seien im Zusammenhang mit dem Virus gestorben, insgesamt wurden 8.646 Todesfälle registriert.

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