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Synchronizing Healthcare

Adipositas schwächt die Wirtschaft und die Gesellschaft

In den kommenden dreißig Jahren werden über 90 Millionen Menschen in den OECD-Ländern an Krankheiten sterben, die auf starkes Über­gewicht zurück­gehen. Übergewicht wird im gleichen Zeitraum die Lebens­erwartung um fast drei Jahre reduzieren. Dies ist das Ergebnis einer neuen Studie. Die Auswir­kungen von Übergewicht und Adipositas dürften sich auch deutlich beim Brutto­inlands­produkt auswirken.

12. Oktober 2019
Philipp Streinz
CGM / APAMED
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Bildinhalt: Übergewicht

Bildrechte: ClipDealer / Colour

Der Untersuchung "The Heavy Burden of Obesity - The Economics of Prevention" zufolge ist in 34 der 36 OECD-Länder mehr als jeder Zweite über­gewichtig und fast jeder Vierte krankhaft über­gewichtig (adipös). Zwischen 2010 und 2016 ist der Anteil der adipösen Erwach­senen in den OECD-Ländern von 21 auf 24 Prozent gestiegen - ein Zuwachs von 50 Millionen. In Deutsch­land ist knapp jeder vierte Erwach­sene adipös, in Öster­reich und der Schweiz etwa jeder fünfte Erwachsene.

Adipöse Erwachsene haben eine niedrigere Lebens­erwartung und ein erhöhtes Risiko für chro­nische Krank­heiten wie Diabetes. Mit Blick auf die 28 EU-Länder zeigt sich ein deut­licher Zusammen­hang zum Einkommen: Frauen und Männer der untersten Einkommens­gruppe ent­wickeln im Ver­gleich zu Frauen und Männern der höchsten Einkommens­klasse mit 90 bzw. 50 Prozent höherer Wahr­schein­lich­keit krank­haftes Über­gewicht. Menschen, die an mindes­tens einer mit Über­gewicht in Zusammen­hang stehenden chro­nischen Krankheit leiden, haben eine acht Prozent geringere Wahr­scheinlich­keit, im Lauf des Folge­jahres eine Anstellung zu finden. Wer eine Stelle hat, fehlt mit 3,4 Prozent erhöhter Wahr­schein­lich­keit häufiger bei der Arbeit bzw. ist weniger produktiv.

"Es gibt ganz klare ökonomische und gesell­schaft­liche Gründe dafür, dem Trend zu krank­haftem Über­gewicht eine Politik entgegen­zu­setzen, die eine gesündere Lebens­weise fördert", wurde OECD-General­sekretär Angel Gurria in einer Aus­sendung zitiert.

Übergewicht und Adipositas schlagen in Zukunft auch auf das Brutto­inlands­produkt (BIP). Laut OECD dürfte das BIP im Zeitraum zwischen 2020 und 2050 in Japan dadurch um 1,6 Prozent geringer als möglich aus­fallen. Für Öster­reich wurde ein Wert von um die minus 2,5 Prozent errechnet. Öster­reich befindet sich im Ver­gleich in einer relativ guten Position. In Frank­reich und Italien werden es minus 2,7 bzw. minus 2,8 Prozent sein, in Deutsch­land minus drei Prozent (OECD-Durch­schnitt: minus 3,3 Prozent). An der Spitze sind Länder wie Polen (minus 4,3 Prozent), die USA (minus 4,4 Prozent) und Mexiko (minus 5,3 Prozent).

Bereits jetzt entfallen 8,4 Prozent der Gesund­heits­ausgaben in den OECD-Ländern auf die Behand­lung von Krank­heiten, die mit starkem Über­gewicht in Zusammen­hang stehen. Deutsch­land liegt mit 10,7 Prozent der Gesund­heits­ausgaben noch weit darüber und gibt zusammen mit den Nieder­landen und den USA unter allen OECD-Ländern am meisten für die Behand­lung der Folgen von Über­gewicht aus. Der Studie zufolge verur­sacht Adipositas in den OECD-Ländern statis­tisch gesehen 70 Prozent der Diabetes-Behand­lungs­kosten, 23 Prozent der Behand­lungs­kosten für Herz­kreis­lauf­erkran­kungen und neun Prozent der Krebs-Behandlungskosten.

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